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Zittern und Bangen: Bildausfälle beim EM-Halbfinale

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Plötzlich war das Bild weg: Beim hart umkämpften Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft war auf einmal nur noch eine Störungstafel zu sehen. Minutenlang bekamen Fans nichts zu sehen - gut, dass das Schweizer Fernsehen einsprang.

Foto: ZDFIn Wohnzimmern, Kneipen und auf den Fanmeilen der Republik wurde es still: Während des EM-Halbfinalspiels zwischen Deutschland und der Türkei ist es am Mittwochabend mehrmals zu Bildausfällen gekommen.

Mehrere Minuten mussten Fans gegen 22 Uhr im ZDF ohne Bild auskommen, ehe immerhin die Stimme von ZDF-Kommentator Béla Réthy (Foto) wieder zu hören war - in alter Radio-Manier. Die Übertragung aus dem Baseler St. Jakob-Park brach zunächst für sechs Minuten und zehn Sekunden zusammen. Bei einem erneuten Stromausfall in Wien war eine Fortsetzung der Fußballübertragung über das IBC in Wien wegen eines starken Unwetters endgültig unmöglich geworden. Bis zum Abpfiff konnte das Problem nicht wirklich in den Griff gebracht werden.




Es habe sich bei dem Ausfall um eine "weltweite Angelegenheit" gehandelt, wie ZDF-Moderator Johannes B. Kerner im Anschluss an die Übertragung deutlich machte. Obwohl es vertraglich festgeschrieben ist, dass das ZDF das Wiener Weltbild zeigt, wurde kurzfristig eine Bildleitung zum Schweizer Fernsehen hergestellt. Die Schweizer sind weltweit die einzigen, die ihr Heimatstadion extra mit Glasfaser verkabelt haben und dadurch vom Bildausfall eben nicht betroffen waren.

Problematisch war nur die Tatsache, dass Kommentator Béla Réthy zu diesem Zeitpunkt das Spiel per Telefon kommentieren musste und die Übertragung so nur mit Zeitverzögerung zu hören war. So jubelte Réthy, obwohl ein Tor im Fernsehen noch gar nicht zu sehen war. Probleme gab es auch bei den Radio-Übertragungen, die zwischenzeitlich aus Verzweiflung teilweise sogar den Fernseh-Kommentar von Béla Réthy übernahmen - jedenfalls so lange auch er zu hören war.

ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz bezeichnete die europaweite Störung als die "ärgerlichste anzunehmende Panne", die gegen Ende des weltweit übertragenen Fußballturniers denkbar ist. Die grundsätzliche Verpflichtung aller Fernsehstationen auf das einheitliche Fernsehsignal der europäischen Fußballunion habe ausgerechnet bei der Live-Übertragung des Halbfinalspiels der deutschen Mannschaft gegen die Türkei seine entscheidende technische Achillesferse offenbart. Gruschwitz: "Darüber wird noch zu reden sein."

Am Ende war allerdings dann doch alles halb so wild: Die deutsche Nationalmannschaft steht nach einem Tor in letzter Minute nun im Finale der Europameisterschaft. Bleibt nur zu hoffen, dass das zweite Halbfinale zwischen Russland und Spanien am Donnerstag von ähnlichen technischen Schwierigkeiten verschont bleibt.

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