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Die Aufregung und der tatsächliche Fehlstart in Sachen Qualität kommt bei Sky nun zu einem Zeitpunkt, zu dem der Kanal sonst die wohl besten Sportübertragungen aller Zeiten anbietet. Der inhaltliche Erfolg trägt eine Handschrift: Die von Burkhard Weber, seit vergangenem Sommer als Sportchef verantwortlich. Weber ist bekennender Fan von amerikanischen Sportübertragungen und entsprechend erkennbar ist der Weg, den er gehen möchte und bereits gegangen ist. Beispielsweise beim Samstagabend-Topspiel, wo inzwischen drei Experten und ein Moderator das Geschehen beleuchten.
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Vor einigen Wochen wurde in einem solchen Beitrag sogar die Frage gestellt, ob der deutsche Fußball auf dem Platz immer brutaler wird. Solch allgemeine Fragestellungen den Fußball betreffend hatten bei Sky früher keinen Platz. Das ist Webers Auffassung von einer guten Berichterstattung – und er trifft dort den Geschmack der Kritiker. Dass sich bei Sky Sport vieles zum noch besseren gewendet hat, zeigt sich auch, wenn man die Eishockey-Übertragungen ansieht. Nachdem die Redaktion wegen der HD-Produktion in der vergangenen Saison plötzlich mit weniger verfügbarem Budget dastand, gelang es in dieser Spielzeit wieder eine Linie zu finden. Nicht nur die Spiele selbst überzeugten (vor allem dann, wenn Marc Hindelang kommentiert), sondern auch die Drittelpausen, die stets darauf abzielen, auch die Zuschauer, die nicht ganz tief in der Materie sind, mitzunehmen.
Und dann kam das neue Formel 1-Konzept: Angeblich ist die Übertragung seit dieser Saison rund ein Drittel billiger, weil Sky Personal vor Ort spart. Konkret hat der Sender eine Kamera für die Vor- und Nachberichte sowie das On Air-Team Tanja Bauer, Jacques Schulz und Marc Surer an den Strecken. Am Sonntag kommt die Einstimmung aus dem Nachrichtenstudio in Unterföhring. Und genau da setzte die Kritik an. An der neuen Moderatorin Ursula Hoffmann, am Studio, an der Themenauswahl…
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Am Sonntag beispielsweise probierte man wieder neue Übertragungselemente aus – so wurde im Vorlauf erstmals mit einer nicht automatisch gesteuerten Kamera gearbeitet. Dass ein Kameramann die Bilder einfängt, sollte für mehr Drive sorgen – doch das klappte nicht. Die Aufnahmen waren ungewohnt verwackelt, teils zu dicht am Gesprächspartner. Inhaltlich kratzte Sky einmal mehr wieder nur an der Oberfläche. Während des Rennens, Jacques Schulz und Marc Surer sind am Mikrofon ein einspieltes Team, machte Sky dann einen guten Job und auch die Nachberichte fielen deutlich besser aus als in der Vorwoche. Hier wird die starke Fokussierung auf die deutschen Fahrer erkennbar. Das ist nicht schlimm, dennoch hätten sich am Sonntag auch vermehrt nicht-deutsche Themen angeboten. Schade zum Beispiel, dass letztlich kein Interview mit Peter Sauber möglich war.
Ein Problemkind bleibt das von US-Sportübertragungen inspirierte „Klartext“, eine Expertenrunde, in der drei Motorsport-Journalisten zusammen mit Moderatorin Ursula Hoffmann über die aktuellen Geschehnisse diskutieren. Die Rubrik ist derzeit aber nur eine Frage-Antwort-Runde, nachdem in der ersten Woche die Probleme einer wahren Diskussion zum Vorschein kamen. Weil die Experten von ganz Deutschland aus zugeschaltet sind, entstehen Löcher oder alle drei reden auf einmal, weil der Ton unterschiedlich schnell zu den Experten kommt. Das wird auf Dauer ein Problem der Rubrik bleiben und so darf man schon jetzt in Frage stellen, ob diese die gesamte Saison über sinnvoll sein wird.
Das nächste Rennen steigt in drei Wochen – Zeit für die Redaktion an ihrem Konzept noch zu feilen. Denn dass Sky die Latte in Sachen Qualität so hochgelegt hat, ist ihr eigener Anspruch. Ein Anspruch, an dem man nun auch im Falle geringerer Budgets gemessen wird.