Cast und Crew
- Regie: Florian Kern
- Darsteller: Mariele Millowitsch, Hinnerk Schönemann, Anna Fischer, Peter Davor, Steffi Kühnert, Tobias Langhoff, Thomas Heinze, Joachim Bißmeier
- Drehbuch: Jochen Pahl
- Kamera: Bernd Fischer
- Produktionsfirma: Eyeworks Germany GmbH
Eine der entscheidenden Figuren der Handlung ist die Künstlerin Hannah Lenau, die zu ihrer ersten Vernissage geladen hat. Dort zeigt sie großformatige Collagen von Fotos aus der Hausbesetzerszene der 70er und 80er, auf denen unter anderem ihre Mutter Olga zu sehen sind. Zur Feier wollte sich Hannah mit ihrer Mutter treffen, doch sie erscheint nicht. Wie sich herausstellt, wurde Olga aus dem Fenster ihrer Altbauwohnung gestoßen, in der sie seit den 80er Jahren gemeinsam mit drei Freunden wohnt.
Brand und Simmel mutmaßen, dass die bis zuletzt politisch aktive „Uschi Obermaier Kölns“ von einem ihrer politischen Widersacher ausgeschaltet wurde – oder aber von einem ihrer Mitbewohner, Denn alle Zeichen deuten daraufhin, dass die Stimmung innerhalb der WG längst eisige Temperaturen erlangte. Aber auch Hannah rückt in den Kreis der Verdächtigen: Ihre Mutter hatte sie schon früh zum getrennt lebenden Vater gegeben und sich immer mehr für ihre politischen Aktivitäten und Männeraffären interessiert als für ihre Tochter …
Wenig originell: Passend zum WG-Thema ihres aktuellen Falls müssen Simmel und Brand zufälligerweise eine WG auf Zeit gründen. Diese Parallele zwischen den beiden Plots dieser Eyeworks-Produktion ist recht forciert und wie sich beide Handlungsstränge gegenseitig beeinflussen, hat nicht gerade ausgereifte Primetimequalität. Jedoch nutzen Autor Jochen Pahl und das eingespielte Duo Millowitsch & Schönemann für spritzige Auseinandersetzungen, die das sonst eher austauschbare, behäbig strukturierte Geschehen auflockern.
Die Sprüche sitzen, auch in den weniger pointierten, gemeinsamen Szenen stimmt die Chemie zwischen den Mimen sowie ihren Figuren – daher nimmt auch die etwas konstruierte Spurensuche stellenweise amüsante Formen an. Dennoch holt der grundsolide inszenierte Film nicht das volle Potential aus Brand und Simmel heraus. Andererseits: Die Erlebnisse der ungleichen Ermittler wurden auch bereits träger und belangloser dargeboten als hier. Für Freunde der Reihe ist «Marie Brand und das Erbe der Olga Lenau» also ganz adäquate Krimiunterhaltung. Novizen wiederum hätten schon bessere Ausgaben treffen können.
«Marie Brand und das Erbe der Olga Lenau» ist am 21. Januar 2015 ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.