AGF passt Quotenmessung an

Durch die Umstellung des Auswertungssystems „Marktstandard TV“ auf „Marktstandard Bewegtbild“ können sich ab dem kommenden Jahr veränderte Leistungswerte ergeben.

Die AGF Videoforschung hat für den Jahreswechsel eine Umstellung der TV-Quotenerfassung angekündigt. Ab dem 1. Januar 2024 wird man die Standardeinstellung vom derzeitigen "Marktstandard TV" auf den "Marktstandard Bewegtbild" ändern, wodurch die Ergebnisse dann nicht nur die klassische TV-Nutzung, sondern auch die 24/7-Livestreamnutzung mit Broadcastbezug abbilden und sich auf eine erweiterte Grundgesamtheit beziehen werden. Bislang musste der Marktstandard Bewegtbild noch aktiv ausgewählt werden.

Eine Voraussetzung für die Umstellung auf den Marktstandard Bewegtbild ist die Ausweitung der Grundgesamtheit im AGF-Panel, die derzeit im Marktstandard TV die "Wohnbevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland in Privathaushalten mit mindestens einem Fernsehgerät in Gebrauch und einem deutschsprachigen Haupteinkommensbezieher" umfasst. Da in einer steigenden Anzahl an Haushalten, insbesondere in jüngeren Zielgruppen, kein TV-Gerät genutzt wird, wird die Grundgesamtheit im Marktstandard Bewegtbild um die sogenannten Non-TV-Haushalte erweitert, also Haushalte ohne herkömmliches TV-Gerät, aber mit Streaming-Empfänger wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Das Potenzial der Grundgesamtheit Bewegtbild im Jahr 2024 umfasst 40,478 Millionen Haushalte mit insgesamt 78,271 Millionen Personen ab 3 Jahren. Auf die Grundgesamtheit TV entfallen davon 38,930 Millionen Haushalte mit 75,546 Millionen Personen.

„Der Marktstandard Bewegtbild ist die Voraussetzung für die adäquate Abbildung der veränderten Angebots- und Wettbewerbsstruktur, denn die Frage danach, wieviel Leistung über verschiedene Kanäle und Nutzungsarten hinweg in einem bestimmten Zeitraum erzielt wird, gewinnt stetig an Bedeutung“, erklärt Kerstin Niederauer-Kopf, Vorsitzende der Geschäftsführung der AGF Videoforschung.

Durch die Umstellung erwartet die AGF auch Auswirkungen auf die Leistungswerte. So gibt das Unternehmen nach aktuellen Berechnungen, dass absolute Werte wie Sehbeteiligung, Nettoreichweite sowie Kontaktsumme in Millionen durch die Hinzunahme des Livestreams für die an der Streamingmessung teilnehmenden Anbieter mit 24/7-Livestream leicht ansteigen werden. Sinken werden voraussichtlich hingegen relative Werte wie Sehbeteiligung in Prozent, Seher in Prozent, Nettoreichweite und Kontaktsumme in Prozent sowie Sehdauern und der Gross Rating Point (GRP). Bei den Marktanteilen kann es durch die Hinzunahme des Livestreams zu leichten Verschiebungen unter den Sendern kommen.
05.12.2023 11:13 Uhr  •  Veit-Luca Roth Kurz-URL: qmde.de/147233