Johannes Zirner: ‚erneuerbare Energien spielen eine große Rolle‘

Der Schauspieler mimt in «Die Toten von Salzburg» einen Energieminister, der keine Rücksicht auf Verluste nimmt.

Ihr Vater ist der bekannte Filmschauspieler August Zirner. Bringt ein prominenter Vater bessere Rollenangebote mit?
Das müssen sie die Castingagenturen fragen, mir wäre das bis jetzt nicht aufgefallen. Ich würde mich über bessere Angebote freuen, egal wer mein Vater ist. 😊

Am 21. Februar 2024 wirken Sie in «Die Toten von Salzburg» mit. Was hat Sie an diesem TV-Auftritt gereizt?
Der Reiz der Figur lag für mich in ihrer Komik und ich finde die Thematik Korruption im Wirtschaftsbereich Erneuerbare Energien spannend.

Sie verkörpern Josef Wittmann, einen durchtriebenen Energieminister, der scheinbar über Leichen geht.
Ein Politiker der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und aus Leidenschaft zu König Ludwig Fehler macht.

Das Thema des Spielfilmes ist auch Biogas. Spielen erneuerbare Energien in Österreich eine große Rolle?
Natürlich, erneuerbare Energien spielen eine große Rolle auf der ganzen Welt, da der Kampf gegen den Klimawandel ein globales Thema ist. Erneuerbare Energiequellen sollen noch weiter ausgebaut und verantwortungsvoll genützt werden. Es ist daher wichtig, dass wir in erneuerbare Energien sinnvoll investieren. Und das Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammen gegen den Klimawandel arbeiten.

In Deutschland musste die Ampel-Regierung unter Olaf Scholz viel Kritik einstecken, dass nur noch Wärmepumpen verbaut werden sollten. Hatte die österreichische Regierung unter Bundeskanzler Karl Nehammer auch solche harten Vorschläge, nachdem Russland die Ukraine angriff?
Es ist spannend zu sehen welche neuen Technologien und Innovationen zur Energiewende beitragen können, die EU sollte hier gemeinschaftlich Entscheidungen zum Klimaschutz treffen und diese effizient umsetzen.

Konnten Sie selbst schon in erneuerbare Energien investieren?
Ich beziehe meinen Strom aus erneuerbaren Energien und versuche im Alltag meinen CO2-Footprint zu reduzieren wo es geht. Natürlich ist immer noch mehr möglich.

Sie gehörten auch zum Ensemble der erfolgreichen Das Erste-Reihe «Wolfsland». Jedoch war 2019 Schluss. Hätten Sie gerne den Psychiater Dr. Jörn Delbrück weiter gespielt?
Die Dreharbeiten zu «Wolfsland» habe ich als sehr spannend und intensiv in Erinnerung . Björn sitzt nach wie vor querschnittsgelähmt im Gefängnis soweit ich weiß, ausbrechen wird also schwierig, vielleicht wird er frühzeitig entlassen. Wenn man seine Figur weitererzählen würde, wäre das ein ganz anderer Film. Manchmal sind Figuren eben auserzählt in einer Reihe.

Zwischen 2018 und 2022 waren Sie Leiter der Kripo «Stralsund». Auch diese Reihe war sehr erfolgreich. Fanden Sie es schade, dass Ihre Figur auch hier gehen musste?
Die sechs Folgen haben mir großen Spaß gemacht! Aber ich bin nicht traurig, wenn eine Figur nicht weiter erzählt wird. Ich hab‘ mich auf meine nächste Aufgabe in der «Pass» gefreut. Das ist das schöne, dass wenn etwas aufhört, beginnt immer etwas Neues.

Gibt es eigentlich einen Grund, warum bei «Stralsund» so viele Nebencharaktere gehen mussten?
Es sind ja nicht nur Nebencharaktere gegangen. Nach zwanzig erfolgreichen Filmen find ich es verständlich, dass es einen Wechsel gibt. Niemand musste gehen, es war vielmehr eine gemeinsame Entscheidung.

Im Amazon-Film «Sachertorte» wirkten Sie als Hoteldirektor mit. Hat Ihnen die Produktion in Berlin und Wien gefallen?
Ich hatte nur das Vergnügen in Wien vor der Kamera zu stehen.

Sie gehören auch zum Ensemble beim Wiener Burgtheater. Wie gefällt es Ihnen dort?
Ich bin seit knapp fünf Jahren am Burgtheater. In dieser Zeit habe ich mit tollen Regisseuren gearbeitet und hatte das Glück mit großartigen Kolleginnen und Kollegen spielen zu können.

Was macht Ihnen beim Schauspielern so viel Spaß?
Das Schönste an der Schauspielerei ist, dass der Beruf so abwechslungsreich ist. Der Beruf definiert sich stark über die Zeit, in der wir leben. Also müssen wir ihn immer wieder neu denken. Es ist gar nicht so entscheidend, welche Figuren wir spielen, sondern wie wir sie spielen. Jede Figur hat einen Reiz in sich, wenn man ihn findet.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Das ZDF zeigt «Die Toten vom Salzburg» am Mittwoch, den 21. Februar 2024, um 20.15 Uhr.
20.02.2024 12:06 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/149159