Simone Giertz – Schwedische YouTuberin mit ungewöhnlichen Erfindungen

Die Webvideoproduzentin entwickelt zahlreiche Roboter, welche ihr einfache Alltagsaufgaben abnehmen sollen, was meist jedoch eher lustig endet als einen praktischen Nutzen zu haben.

Die schwedische YouTuberin kam durch ihre seltsamen Erfindungen, welche in den meisten Fällen erstmal recht nutzlos erscheinen, ganz groß heraus. Unter diesen sogenannten „Shitty Robots“ findet sich zum Beispiel eine Aufweckmaschine, ein Wecker, welcher einen mit einer Ohrfeige durch eine Gummihand weckt oder eine Frühstücksmaschine, ein Roboterarm, der unpräzise Cornflakes und Milch in eine Schüssel schüttet. Bekannt wurde sie auch durch den Umbau ihres Teslas in einen „Truckla“, also einen Tesla Truck, wodurch sogar Elon Musk auf die Erfinderin aufmerksam wurde.

Simone Luna Louise Söderlund Giertz wurde am 1. November 1990 in Stockholm geboren und wuchs in der Nähe der Stadt in dem kleinen Ort Saltsjö-Duvnäs auf. Ihre Mutter Caroline ist Moderatorin und war 16 Jahre lang als „Geisterjägerin“ für eine Reality-TV-Show aktiv. Auch ihr Vater kommt aus der Medienbranche und war zunächst als Fernsehproduzent tätig und arbeitet heute in der Medien-Lizenzvergabe. Im Alter von 16 Jahren war Giertz als Austauschschülerin in China, lernte Mandarin und hatte dort auch einen Auftritt in einer chinesischen Sitcom. Nur drei Monate nach ihrer Rückkehr nach Schweden ging es für sie nach Nairobi, wo sie auf einem schwedischen Internat Swahili lernte. Nach ihrem Abschluss war sie als Redakteurin bei der chinesischen Sprachversion des offiziellen Internetauftritts des Landes Schweden tätig. Im Anschluss startete sie ein Studium der Technischen Physik in Stockholm, welches sie jedoch nach einem Jahr abbrach. 2014 entschied sich Giertz dann für eine Ausbildung in der Werbe- und Marketingbranche an der Stockholmer Hyper Island School, wobei sie auch in San Francisco ein Praktikum bei der Ingenieursfirma Punch Through Design absolvierte.

Ebenfalls im Jahr 2014 lud die heute 34-Jährige, welche Daniel Düsentrieb von klein auf als ihr Vorbild ansah, ihr erstes Video auf YouTube hoch. In dem ersten Video, damals noch auf Schwedisch, stellte sie ihr selbst entworfenes Popcorn-Katapult vor. Schon bald sprach sie in ihren Videos auf Englisch und stellte unter anderem einen Helm vor, der so umgebaut war, dass er ihr die Zähne putzt, eine Maschine, die ihr Gemüse schneidet oder einen Roboter, der ihr Lippenstift aufträgt. Rasend schnell wuchs die Anzahl der Zuschauer, die sich für ihre Erfindungen interessierten, die den Alltag erleichtern sollten, aber am Ende wenig praktischen Nutzen hatten, so dass ein komischer und selbstironischer Effekt entsteht. Zu der Zeit lebte sie für einige Jahre auf einem Hausboot und ein Video über ihr Leben dort erhielt ebenfalls viele Klicks. Es folgten zahlreiche weitere Erfindungen, wodurch ihre Reichweite immer weiter anwuchs uns sie auch in zahlreiche Talkshows eingeladen wurde. Viel Aufmerksamkeit erhielt sie zudem, als sie im November 2016 mit der deutschen Heimwerkerin Laura Kampf die „Pussy Grabs Back Machine“ entwickelte, eine ironische Antwort auf Trumps Aussage „Grab them by the pussy“.



Das gefragteste Video auf dem Kanal mit inzwischen 2,72 Millionen Abonnenten, zeigt jedoch wie sie für 7,5 Minuten schwerelos ist und zählt 14 Millionen Aufrufe. Gleich darauf folgt mit 13 Millionen Klicks ein Video darüber, wie sie ihren Tesla in einen „Truckla“, also einen Pickup-Truck verwandelte, weil sie ein Elektro-Fahrzeug fahren wollte, das aber gleichzeitig ein Truck ist. Mit diesem ist sie auch heute noch in ihrer aktuellen Heimat Los Angeles unterwegs und Elon Musk lud sie dann ein als der Cybertuck vorgestellt wurde. Auch als bei Giertz im April 2018 ein gutartiger Hirntumor diagnostiziert wurde, ließ sie ihre Follower an ihrem Leben teilhaben und gab immer wieder Updates über ihren Gesundheitszustand. In der Erholungsphase nach der OP fiel es ihr schwer, wieder eine Routine in ihr Leben zu bringen. Sie wollte jeden Tag meditieren und so entwickelte sie einen Kalender, auf dem man am Ende des Tages drücken kann, so dass ein Licht aufleuchtet. Dies motivierte sie, keinen Tag zu verpassen und so entstand der Online-Shop „Yetch“, wie man ihren Nachnamen ausspricht, wo unter anderem dieser Kalender erhältlich ist. Außerdem wird dort in diesem Jahr ein zusammenfaltbarer Kleiderbügel verfügbar sein, an welchem sie mehrere Jahre lang arbeitete. Zudem kann man ein komplett weißes Puzzle kaufen, bei welchem ein Teil fehlt oder einen Ring, welcher sich als Schraubenzieher verwenden lässt.
24.03.2024 12:06 Uhr  •  Laura Friedrich Kurz-URL: qmde.de/150164