Dominique Moro: ‚Es geht vor allem um Loyalität‘

Seit Monaten bereitet das Team von UFA Serial Drama das spektakuläre Jubiläum von «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» vor. Produzentin Moro verrät die Tricks hinter den Kulissen.

Am Montag läuft bei RTL die 8.000. Folge von «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Wie lange arbeitet die UFA auf ein solches Event hin?
Dass am 15. April die 8.000. Folge laufen wird, ließ sich ja leicht ausrechnen. Wir haben also schon vor vielen Monaten mit der Entwicklung einer spannenden Geschichte begonnen, die in Folge 8.000 ihren dramatischen Höhepunkt findet.

«Gute Zeiten, schlechte Zeiten» ist weiterhin die erfolgreichste UFA-Serie im deutschsprachigen Fernsehen. Wie kann man eine Marke so frisch halten?
Das ist eine sehr gute Frage, die wir uns in der UFA Serial Drama auch immer wieder stellen! Wir haben den Anspruch dramaturgisch gute Geschichten zu erzählen, einen modernen Look zu kreieren, haben einen in vielen Bereichen diversen Cast und arbeiten mit einem Team, das maximal motiviert ist.

Zuletzt sind die Einschaltquoten im linearen Fernsehen gesunken, können Sie diese Menschen bei RTL+ abfangen?
Auch mit 13 Prozent Quote sind wir noch über dem Senderschnitt und laut RTL das erfolgreichste Format auf RTL+. Wie wichtig wir für den Sender sind, zeigt sich nicht nur in der engen und guten Zusammenarbeit, sondern auch darin, dass erst im November 2023 RTL-CEO Stephan Schmitter und der CEO von Bertelsmann, Thomas Rabe, bei uns in Babelsberg waren.

Wolfgang Bahro spielt seit vielen Jahren in der Serie mit. Wie lang wird er noch als Jo Gerner dabei sein? Ruft eines Tages nicht auch der Ruhestand?
Der Ruhestand ruft noch lange nicht! Wolfgang ist top motiviert und freut sich mit uns auf viele weitere Jahre GZSZ.

Seit 8. April haben Sie und Ihr Team ein brandneues Set für die Female3-Agentur gebaut. Wie lange dauert die Kreation bis zur Inbetriebnahme dieses Sets?
Von der Idee für das neue Set bis zum ersten Drehtag in der fertigen Kulisse hat es rund vier Monate gedauert. Wie immer saß uns die Zeit im Nacken. Im laufenden Betrieb einer täglichen Serie ein komplett neues Set zu bauen, ist eine logistische und dispositorische Meisterleistung. Es braucht ein tolles Team, das Hand in Hand zusammenarbeitet, um das in kürzester Zeit zu realisieren.

Welche Geschichte erwartet uns eigentlich am Jubiläumstag?
Es handelt sich um eine monothematische Folge, in der es vor allem um Loyalität geht. Wer steht am Ende auf wessen Seite? Carlos, der unschuldig im Gefängnis sitzt, hat jegliche Hoffnung auf Freiheit aufgegeben und auch Alicia verzweifelt daran, dass sie nichts mehr für ihn tun kann. Katrin und Tobias wollen aus Rache bei ihrer Falschaussage bleiben. Tatsächlich zieht Katrin ihren Plan auch vor Gericht eiskalt durch, doch als Tobias in den Zeugenstand gerufen wird, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung.

In den vergangenen 32 Jahren hat sich die Technik der Dreharbeiten verändert. Können Sie dem Leser diese Entwicklung darlegen?
Unsere Serie hat sich in den letzten 32 Jahren in allen Bereichen ständig weiterentwickelt. Nicht nur dramaturgisch und schauspielerisch, sondern auch das Equipment und die Dreharbeiten wurden mit der Zeit immer wieder optimiert. Es ist wie in einem Uhrwerk: Alles hängt mit allem zusammen.

Für die 8.000 Folge kehrt Jörn Schlönvoigt zurück. Wird sein Besuch nur von kurzer Dauer sein?
Auf keinen Fall! Jörn Schlönvoigt ist Teil der «GZSZ»-Familie und wird im Kolle Kiez immer ein Zuhause haben.

Kurz vor dem großen Knaller holten Sie Zoe für eine längerfristige Rolle zurück. War sie von Ihrem Anruf begeistert?
Ja, Lara Dandelion Seibert hat sich sehr gefreut. Sie hat auf eine Rückkehr zu uns gehofft, aber nicht wirklich damit gerechnet. Schließlich starb ihre Rolle Zoe im Spätsommer 2023 den vermeintlichen Serientod. Aber Zoes Reise bei «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» ist noch nicht zu Ende…

Streamingdienste setzen vermehrt auf Miniserie. Gibt es in der fragmentierten Welt aktuell Platz für weitere Daily-Soaps?
Absolut. Bei aller Schnelllebigkeit wird der Wunsch nach Beständigkeit und Vertrautem immer größer. Gerade von den Streamingdiensten erfahren wir vermehrt größeres Interesse daran, wie man Zuschauer:innen langfristig bindet. Und wer kann das besser als eine tägliche Serie?

Sat.1 versucht sich seit ein paar Monaten mit eigenen Daily-Soaps zu behaupten. Merken Sie das an den Quoten?
Nein.

Ich denke, dass es auch eine 10.000. Folge von «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» geben wird. Wollen Sie zu diesem Zeitpunkt noch die Serie produzieren?
Ich bin auch fest davon überzeugt, dass es eine 10.000. Folge geben wird. Ich liebe «GZSZ» und bin seit fast zehn Jahren dabei. Ob das in acht Jahren immer noch der Fall sein wird, weiß nicht einmal Jo Gerner (lacht).

Vielen Dank für Ihre Zeit!
15.04.2024 00:01 Uhr  •  Fabian Riedner Kurz-URL: qmde.de/150602