Filme des Grauens: «Vampirella»

Die frühe Comic-Verfilmung aus dem Jahr 1996 war mit Bond-Girl Talisa Soto besetzt.

In der Reihe darf «Vampirella» aus dem Jahr 1996 nicht fehlen. Dieser Film basiert auf der gleichnamigen Comicfigur, die 1969 erstmals erschien und schnell zu einem der erfolgreichsten Independent-Comics avancierte. Bereits in den 1970er Jahren gab es Bestrebungen, den Stoff zu verfilmen. Hammer Films, bekannt für ihre Dracula-Reihe mit Christopher Lee, sicherten sich damals die Rechte und planten eine Adaption mit Schauspielerinnen wie Caroline Munro oder Valerie Leon in der Titelrolle. Auch Peter Cushing und Donald Pleasence waren für Rollen vorgesehen. Das Projekt scheiterte jedoch an Differenzen über die Merchandisingrechte mit James Warren, dem Chef von Warren Publishing.

In den 1980er Jahren wechselten die Filmrechte mehrfach den Besitzer, bis sie schließlich bei Roger Corman und Regisseur Jim Wynorski landeten. Wynorski, bekannt für B-Movie-Produktionen, brachte seinen Freund Gary Gerani als Drehbuchautor ins Boot, da dieser als großer Vampirella-Fan galt. Die Produktion verlief jedoch alles andere als reibungslos. Ursprünglich war Sängerin Paula Abdul für die Hauptrolle im Gespräch, später favorisierte Wynorski die Schauspielerin Julie Strain. Doch die Produzenten, insbesondere Roger Corman, setzten letztlich Talisa Soto durch, die zuvor als Bond-Girl in «Lizenz zum Töten» und als Prinzessin Kitana in «Mortal Kombat» bekannt wurde. Wynorski äußerte später, dass Soto zwar attraktiv sei, aber nicht dem Bild der Vampirella entspreche. Auch das Kostüm wich deutlich vom ikonischen Outfit der Comicvorlage ab und war weniger freizügig.

Die Dreharbeiten fanden in der Umgebung von Las Vegas statt, wo Temperaturen von über 40 °C herrschten. Zusätzlich erschwerten Crewmitglieder, die sich in den Casinos von Las Vegas vergnügten und anschließend arbeitsunfähig waren, sowie Diebstähle am Set die Produktion. Wynorski gab später an, dass er den Film nur fertigstellte, um den drohenden Verlust der Filmrechte zu verhindern.

Die Handlung des Films beginnt 3.000 Jahre in der Vergangenheit auf dem Planeten Drakulon, dessen Bewohner sich von Blut ernähren. Der abtrünnige Vlad Tepish tötet den Hohen Rat und flieht mit seinen Gefährten zur Erde. Ellas Stieftochter, Ella, schwört Rache und folgt ihnen. Nach einer langen Reise landet sie schließlich auf der Erde und nimmt den Kampf gegen Vlad und seine Anhänger auf.

«Vampirella» wurde direkt für den Videomarkt produziert und erhielt überwiegend negative Kritiken. Auf der Internet Movie Database (IMDb) hält der Film eine Bewertung von 3,3 von 10 Punkten. Jim Wynorski selbst bezeichnete den Film als "Desaster" und äußerte, dass alles schiefgelaufen sei, was schieflaufen konnte.

Talisa Soto, die Hauptdarstellerin, zog sich nach einigen weiteren Film- und Fernsehprojekten weitgehend aus der Schauspielerei zurück. Roger Daltrey, der im Film den Antagonisten Vlad spielte, kehrte zur Musik zurück und tourt weiterhin mit seiner Band „The Who“. Jim Wynorski setzte seine Karriere als Regisseur von B-Movies fort und ist bis heute in der Filmbranche aktiv.

«Vampirella» bleibt ein Beispiel dafür, wie eine problematische Produktion und kreative Differenzen zu einem Film führen können, der weder Kritiker noch Zuschauer überzeugt. Trotz des Potenzials der Vorlage konnte die filmische Umsetzung nicht an den Erfolg des Comics anknüpfen.
05.04.2025 12:17 Uhr  •  Sebastian Schmitt Kurz-URL: qmde.de/159866