Filmfacts: «Stuber»
- Start: 22. August 2019
- Genre: Action/Komödie
- FSK: 12
- Laufzeit: 93 Min.
- Kamera: Bobby Shore
- Musik: Joseph Trapanese
- Buch: Tripper Clancy
- Regie: Michael Dowse
- Darsteller: Dave Bautista, Kumail Nanjiani, Mira Sorvino, Natalie Morales, Karen Gillan, Iko Uwais
- OT: Stuber (USA 2019)
Aus wirtschaftlicher Sicht ist ein solch rigoroser Schritt zwar schon nachvollziehbar, trotzdem bleibt zu hoffen, dass sich andere Produktionsfirmen ein Beispiel daran nehmen, dass es sowas wie «Stuber» heute überhaupt noch ins Kino schafft. Denn auch wenn nicht jede Pointe zündet, ist die starbesetzte Actioncomedy längst nicht nur ein Starvehikel.
Gegensätze ziehen sich an!?
Stu (Kumail Nanjiani) ist ein gesprächiger, sanftmütiger, risikoscheuer Millennial, der in einem Sportgeschäft arbeitet und nachts als Uber-Fahrer jobbt, um genug Geld zu verdienen, um sein eigenes Fitness-Studio zu eröffnen und so die Frau seiner Träume zu erobern – ein Plan, der ähnlich erfolgsversprechend scheint, wie er klingt. Außerdem würde er alles geben, um seine Fünf-Sterne-Bewertung als Fahrer zu behalten. Vic Manning (Dave Bautista) dagegen ist ein Mann mittleren Alters, Detektiv der alten Schule und ein Alphatier. Er ist von seiner Frau geschieden, mit seinem Job verheiratet und vernachlässigt seine elterlichen Pflichten gegenüber seiner erwachsenen Tochter Nicole (Natalie Morales). Eines Tages bekommt er einen Tipp, wo sich der Drogendealer aufhält, der seinen Partner ermordet hat, just als er nach einer Laser-Operation die Augenarzt-Praxis verlässt. Da er nur verschwommen sieht und nicht selbst fahren kann, bestellt er einen Uber-Fahrer. Ausgerechnet Stu ist gerade frei…
Für das Drehbuch verantwortlich zeichnete im Falle von «Stuber» ausgerechnet Tripper Clancy, der außerhalb deutscher Gefilde bislang nicht in Erscheinung getreten ist. Clancy verfasste die Skripte zu «Vier gegen die Bank» und «Hot Dog» – und wenn man beiden Filmen etwas zugutehalten möchte, dann die Tatsache, dass sie die Stärken ihrer geschriebenen Figuren genau einzuschätzen wissen. Wenngleich insbesondere «Hot Dog» aufgrund altbackener Witze und unflätiger Sex-Gags streckenweise kaum zu ertragen war und man bei «Vier gegen die Bank» meinte, alles davon schon mal irgendwo gesehen zu haben, sind beide Krimi-Komödien angenehm charaktergetrieben. Und genau so verhält es sich nun auch bei «Stuber». Nur dass hier angenehmerweise jedwede Form von Unter-der-Gürtellinie-Humor wegfällt und sich hier auch sonst alles ein wenig moderner anfühlt.
Trotzdem wirkt auch «Stuber» in seiner Prämisse bisweilen angestaubt; die Prämisse vom ungleichen (Cop-)Duo, das sich entgegen der gewaltigen Unterschiede in Statur und Charakter zusammenraufen muss, um einen kniffeligen Fall zu lösen, gewinnt weiß Gott keinen Innovationspreis. Doch wir kündigten es ja bereits an: In «Stuber» stehen genau wie im Falle von «Vier gegen die Bank» und «Hot Dog» spleenige Figurentypen vor der Kamera. Und insbesondere im Gegensatz zu «Hot Dog» muss man sich diesmal nicht einmal dazu durchringen, ihnen auch wirklich eineinhalb Stunden bei ihren Frotzeleien zuschauen zu wollen, denn es macht schon ziemlich viel Bock, wie sich Kumail Nanjiani («The Big Sick») und Dave Bautista («Blade Runner 2049») hier permanent bekriegen und eigentlich ziemlich liebhaben.
Kumail Nanjiani und Dave Bautista - ein Dreamteam wart geboren!

Darüber hinaus ist die von viel, viel Improvisation geprägte Interaktion zwischen Nanjiani und Bautista durchzogen von Wortwitz und Sticheleien, die im Deutschen («Bullyparade»-Gesicht Rick Kavanian schlüpft in die Synchronrolle Nanjianis) ähnlich gut funktionieren wie in der Originalfassung.

Leider geraten die von Kameramann Bobby Shaw («The Invitation») eingefangenen Bilder nicht immer so wertig, dass sich jede Actionszene verfolgen ließe. Insbesondere die ersten Minuten geraten allzu unübersichtlich; auch im weiteren Verlauf übertreiben es die Macher mit ihrer Wackelkameraoptik. Da heißt es: die Zähne zusammenbeißen. Am Ende wird man nämlich doch häufiger mit funktionierenden Gags belohnt, als man es im Anbetracht der altbekannten Konstellation vielleicht erwartet hätte.
Fazit
Als durchaus blutige und mit derbem Humor nicht geizende Comedy über zwei ungleiche Ermittler wider Willen wirkt «Stuber – 5 Sterne Undercover» wie aus der Zeit gefallen. Vieles davon hat man schon gesehen, teilweise sogar besser. Aber die beiden Hauptfiguren und eine hohe Gag-Trefferquote helfen nicht bloß über die altbekannte Prämisse hinweg, sondern auch über die zum Teil ziemlich anstrengende Kameraführung.
«Stuber – 5 Sterne Undercover» ist ab dem 22. August in den deutschen Kinos zu sehen.
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