Cast & Crew
Vor der Kamera:Lisa Vicari als Isi
Dennis Mojen als Ossi
Ernst Stötzner als Ossis Opa
Christina Hecke als Isis Mutter
Hans-Jochen Wagner als Isis Vater
Zoë Straub als Camilla
Lisa Hagmeister als Ossis Mutter
Hinter der Kamera:
Produktion: X Filme Creative Pool GmbH
Drehbuch und Regie: Oliver Kienle
Kamera: Yoshi Heimrath
Produzenten: Uwe Schott und Stefan Arndt
In Ossis Familie war Bildung im Speziellen und langfristiges Denken im Allgemeinen nie eine Priorität: Essen auf den Tisch zu stellen, war genug der Herausforderung. Seine alleinerziehende Mutter schwimmt als Kleinunternehmerin mit einer schlecht laufenden Tanke in den Schulden, sein Großvater hat wegen verbaselter Überfälle eineinhalb Jahrzehnte hinter Gittern zugebracht. Ossis Ziel: Profiboxer werden. Doch für den ersten großen Schritt fehlen ihm einige Tausend Euro.
Während er darüber gerade in einem schrammeligen Burgerladen mit seinem Kumpel Kriegsrat hält, marschiert Isi zur Tür herein, erbost über ihre Eltern, die Welt und am allermeisten sich selbst, weil sie in ihrem Leben aus eigener Kraft nichts auf die Kette gekriegt hat. Anstatt artig BWL zu studieren, will sie sich in New York zur Spitzenköchin ausbilden lassen. Doch dafür rücken die Eltern nicht mit der Kohle raus.
Töchter aus gutem Hause wissen, was nun schnell fruchtet: Erpressung. Also verabschiedet sich Isi aus dem Leben der Oberoberoberschicht und heuert in der ranzigen Burgerbraterei an. Der etwas prollige, aber intelligente Ossi wird prompt zu einer weiteren Komponente des Konzepts und für 25.000 Euro als neuer Pseudo-Boyfriend eingekauft. Dass das „Pseudo“ alsbald entfallen wird und der vertragsähnliche Zustand zwischen den beiden Hotties nicht lange bestehen bleiben kann, dürfte nicht nur anhand des Veröffentlichungsdatums dieses Films keine Überraschung sein, sondern auch wegen der eher amerikanischen Romcom-Erzähllogik, der «Isi & Ossi» folgt.
- © Netflix
Daraus ergibt sich auch, wie der Film seine Zuschauerschaft von der ersten Minute an kriegen will – samt allen Nachteilen: Denn während man eine so hohe Pointendichte im deutschen Fernsehen (oder Internet) lange nicht gesehen hat, bleiben die angestoßenen Beobachtungen über die Lebensrealität junger Menschen am obersten und untersten Ende der sozioökonomischen Skala allzu oberflächlich. Diesen Kritikpunkt werden manche durch den nachdrücklichen Hinweis entwerten wollen, das hier sei „Satire“ und für ein „junges Publikum“ – doch die wirklich guten Satiren vereinigen ihren enormen Einfallsreichtum (den man «Isi & Ossi» nicht absprechen kann) eben mit einem tiefen Verständnis für ihre Figuren und einer ernsthaften Begegnung mit ihrer Lebensrealität, um dann immer im rechten Moment zur nächsten Pointe anzusetzen.
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«Isi & Ossi» ist ab dem 14. Februar auf Netflix verfügbar.
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