
In dem Film «Marie Curie – Elemente des Lebens» wird sie von Rosamund Pike («Gone Girl») dargestellt. Als Vorlage diente Regisseurin Marjane Satrapi («Persepolis») der Comicroman „Radioactive: Marie & Pierre Curie: A Tale of Love and Fallout“ von Lauren Redniss. Allein aus diesem Umstand ist der Beweis erbracht, wie sehr diese vor 100 Jahren tätige Wissenschaftlerin in unsere heutige Zeit passt. Sie war eine fortschrittliche Frau, und zwar auf allen Ebenen. All das möchte dieser Film vermitteln, der ursprünglich im Frühjahr ins Kino kommen sollte, dann im Sommer gestartet wurde und nun bereits im Angebot der Streamingdienste steht.
Zwischen Wissenschaft und Liebe

Dabei müssen sie zunächst etliche Rückschläge hinnehmen, bis sie mit einer Entdeckung die Welt revolutionieren. Die Elemente Radium und Polonium bieten viele Möglichkeiten, sie sind aber zugleich Segen und Fluch, weil die radioaktiven Strahlen ebenso gefährlich sind. 1903 winkt der Nobelpreis, doch Marie fühlt sich als Frau zurückgesetzt. Als Pierre bei einem Unfall zu Tode kommt, erfordert es doppelte Kraftanstrengung für die Witwe, weiter zu forschen. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, reist sie mit einem Röntgenwagen bis an die Front, um Soldaten das Leben zu retten.
- © Studiocanal
Sie veränderte die Welt: Marie Curie, visionäre Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin, entdeckte die Radioaktivität und ebnete den Weg zur Moderne.
Ein starkes Frauenporträt

Ihre Höhen und Tiefen, ob privat oder beruflich, füllen den Film aus. Ebenso wichtig sind Satrapi die wissenschaftlichen Erklärungen, um auch Nicht-Wissenschaftlern nahezubringen, was Marie Curie über ihre Generation hinaus geschaffen hat. Damit bedient sich die Regisseurin eines Tricks, um immer wieder Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Zwischen Handlungsszenen sind Ausschnitte zu sehen, welche Folgen Curies Entdeckungen für die nächsten Jahrzehnte hatte. Positive Bilder, wie Röntgenstrahlen zur Erkennung von Krebserkrankungen eingesetzt werden, wechseln mit apokalyptischen Bildern über den ersten Atombombenabwurf und die Katastrophe von Tschernobyl.
In letzter Konsequenz funktioniert der Film mit dem, was er erzählen möchte, und wer sich darauf einlässt, die dramaturgischen Schwächen annehmen kann, erlebt ein starkes Frauenporträt. Nicht zuletzt wegen Rosamund Pike, die sich vom schurkischen Bond-Girl in «Stirb an einem anderen Tag» zu einer ernsthaften Schauspielerin entwickelt hat, die in David Finchers «Gone Girl» ebenso begeisterte wie an der Seite von Daniel Brühl in «7 Tage in Entebbe».
Fazit: Ein umfassendes Filmporträt über eine starke Frau. Etwas überladen und ein wenig konservativ umgesetzt, aber faszinierend genug, um Marie Curie kennenlernen zu wollen.
«Marie Curie - Elemente des Lebens» gibt es aktuell bei vielen Diensten zum Leihen oder Kaufen.
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