
Ebenfalls auf der Hand liegt, dass die Beschwerden über die Einteilung nicht weit waren, denn «Minari» darf nur als ‚Bester Internationaler Film‘ ausgezeichnet werden. Die Richtlinien der Organisation sehen nämlich vor, dass Filme in der Topkategorie mindestens 50 Prozent englischsprachigen Dialog enthalten müssen. Darin unterscheiden sich die Golden Globes von den Oscars. Viele Stimmen aus der Branche wurden laut, dass man diese Regel ändern sollte. Unter anderem forderten dies Lulu Wang, Phil Lord, Celeste Ng und Daniel Dae Kim. Das gleiche Schicksal erlitt neben «Parasite» auch der vielfach nominierte Film «Pain and Glory».
Während sich «Parasite» um eine koreanische Familie in Südkorea dreht, handelt «Minari» ebenfalls von einer koreanischen Familie, die allerdings auf eine kleine Farm in den US-Bundesstaat Arkansas immigriert. Vor der Kamera stehen unter anderem die Schauspieler Steven Yeun und Han Ye-ri, die weiterhin für die Preise als bester Darsteller beziehungsweise Darstellerin nominiert werden können.
Nachdem die Nachricht bekannt geworden war, gab sich die Regisseurin Lulu Wang sehr kritisch. In einem Tweet sagte sie, dass sie in diesem Jahr noch keinen amerikanischeren Film gesehen habe. Es sei eine Migranten-Familie, die in Amerika nach dem amerikanischen Traum strebe. Man müsse die altmodischen Regeln endlich ändern, die USA als rein englisch-sprechendes Land charakterisieren. «Glee»-Schauspieler Harry Shum Jr verwies auf «Inglorious Basterds» von Quentin Tarantino, der Dialoge in deutscher, französischer und italienischer Sprache aufweist. Shum behauptete, dass das Verhältnis zu Englisch bei 30 zu 70 Prozent läge – mit dem größeren Anteil nicht-englischer Sprache. Der Film war dennoch als bester Film für einen Golden Globe nominiert. Phil Lord rief indirekt sogar zum Boykott der Preisverleihung auf. Sollten die Regeln nicht noch einmal überdacht werden, stehe ein Golden-Globe-Boykott auf dem Spiel.
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel