
Der Autor bezieht sich in seinem Buch auf die Skepsis gegenüber dem jüdischen Glauben in der Öffentlichkeit. Dabei spielen die Gerüchte über Juden eine elementare Rolle. Als Antriebsfeder dient für ihn der Antiintellektualismus sowie der Konformismus. Hier sieht er Parallelen zur Struktur des Rassismus an sich. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass im Kampf gegen den Antisemitismus auf Mechanismus wie die Verkitschung des Judentums oder die Idealisierung keine geeigneten Mittel seien. Theodor W. Adorno ist es wichtig, der Wahrheit auf die Spur zu kommen und bedient sich der Historie sowie den politischen Fakten. Als Lösungsansätze sieht der Autor die präventiven Maßnahmen und gleichzeitig das Durchgreifen des Staates gegenüber möglichen antisemitischen Strömungen.
Mit der Neuauflage des Buches und dem aktualisierten Vorwort schrieb der bekannte Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma das Nachwort. Im Nachwort bezieht sich Reemtsma auf den sekundären Antisemitismus. Hiermit bezieht der renommierte Literatur- und Sozialwissenschaftler sich auf die junge Generation und deren Reaktionen zum Nationalsozialismus. Im Nachwort geht der Wissenschaftler auf eine spezifische Formulierung von Adorno ein, in dem es um die Aussage geht, dass der Antisemitismus ein Gerücht über Juden sei.
Der Autor arbeitete die möglichen Strategien heraus. Dabei wird klargestellt, dass die soziologischen Untersuchungen nicht als politische Patentrezepte dienen. Reemtsma stellt zudem klar, dass es sich beim Antisemitismus nicht um eine kurzfristige Problematik handelt, welche wie die Mode stets wechselt. Adorno stellt in seinem Buch heraus, dass der Antisemitismus als das zentrale Bindemittel für die existierenden rechtsradikalen Bewegungen im Lande stehen. Dabei bleibt für Reemtsma, wie in einem Interview mit der rbbKultur dargestellt, nicht unerwähnt, dass es heutzutage einen linken Antisemitismus gibt.
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