
Vorerst jedoch müssen die Zuschauer noch nicht auf das sonntägliche Talkprogramm mit Sabine Christiansen verzichten. Allerdings wollte die Talkerin wohl schon wesentlich früher aufhören: "So sehr ich ihren Entschluss auch bedauere, bin ich doch froh, dass es uns gelungen ist, Frau Christiansen zu überreden, noch bis zur Sommerpause 2007 weiterzumachen", sagt ARD-Programmdirektor Dr. Günter Struve. "Persönlich verstehe ich die Ungeduld, mit der sie sich neuen Aufgabenfeldern zuwenden möchte nur zu gut. Aber für Das Erste bin ich natürlich froh, sagen zu können, dass alles erst einmal so bleibt, wie es die Zuschauer kennen und schätzen."

Noch seien die Verträge nicht unterschrieben, "aber die ARD und ich hoffen, dass uns gemeinsam ein ebenso anspruchsvolles wie beim Publikum erfolgreiches Format gelingen wird. Das ist sicher eine der spannendsten Aufgabe, die es im nächsten Jahr im deutschen Fernsehen geben wird", so Günther Jauch.
Bis der Stabwechsel im politischen Sonntagabendtalk im Ersten vollzogen wird, vergeht jedoch noch mehr als ein Jahr. Klar ist jedoch bereits der Sendeplatz des Nachfolger-Formats: Auch weiterhin soll am Sonntagabend im Anschluss an den «Tatort» getalkt werden.
NDR-Intendant: "Hohe journalistische Kompetenz"

Ob auch die rückläufigen Einschaltquoten ein Grund für das plötzliche Ende der langjährigen ARD-Talkshow sind, ist ungewiss. Klar ist jedoch, dass seit der Bundestagswahl das Interesse des Publikums spürbar zurückging, was wohl nicht zuletzt auch der Großen Koalition und der damit verbundenen Geschlossenheit von Union und SPD zu verdanken ist. Zuletzt wollten meist nur noch weniger als vier Millionen Menschen die sonntägliche ARD-Talkshow mit Sabine Christiansen und ihren Gästen sehen. Während man im vergangenen Jahr selbst im Sommer oft mehr als fünf Millionen Zuschauer zum Einschalten bewegen konnte, wurde diese Marke in diesem Jahr erst ein einziges Mal geknackt.
Nun heißt der neue ARD-Hoffnungsbringer also Günther Jauch: Mit ihm soll nicht nur die Lust der Politiker am Streiten wieder steigen, sondern in erster Linie auch die Einschaltquoten.