
Diese Dramaserie, die auf dem preisgekrönten Film «Òlòtūré» von 2019 basiert, bietet den Zuschauern nun einen tiefen Einblick in die erschreckende Welt des Menschenhandels und der Prostitution in einem der ärmsten Länder Afrikas. Dabei gelingt es diesem Format, eine bewegende und kraftvolle Geschichte zu erzählen, auch wenn sie nicht frei von Schwächen ist. Die Serie folgt dabei der Journalistin Òlòtūré (gespielt von Sharon Ooja), die sich undercover in die gefährliche Welt des Menschenhandels begibt, um die schockierenden Machenschaften aufzudecken, die junge Frauen in die Sexarbeit zwingen. Dabei riskiert sie nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihr Leben. «Oloture: The Journey» beleuchtet schonungslos die brutalen Realitäten der schweren Flucht nach Europa und zeigt kompromisslos die seelischen Grausamkeiten auf, von denen ein solches Leben bestimmt ist.
Zu einem der herausragenden Merkmale der Serie gerät dabei schnell die eindringliche Darstellung der Charaktere und ihrer Geschichten. Sharon Ooja liefert eine beeindruckende Leistung als Òlòtūré ab, die sowohl verletzlich als auch mutig erscheint. Sie vermittelt die emotionale Tiefe und die innere Zerrissenheit ihrer Figur auf eindrucksvolle Weise und bringt den Zuschauer dazu, mit ihr zu fühlen und zu hoffen. Auch die Nebenfiguren sind zum größten Teil stark entwickelt und verleihen der Serie eine authentische und glaubwürdige Note.

Nicht immer wählt die Serie dabei ihr Erzähltempo richtig. Während die Auftaktfolge vor Spannung und Intensität nur so strotzt, zieht sich der zweite Eintrag etwas in die Länge und verliert sich in wiederholenden Szenen und Nebenhandlungen, die nicht immer zum eigentlichen Hauptuntersuchungsfeld beitragen. Dadurch verliert die Serie stellenweise an Dynamik. Trotzdem überzeugt «Oloture: The Journey» als kraftvolles und wichtiges Format, das ein ernstes und oft übersehenes Thema in den Fokus rückt und dabei die globale Plattform, die Netflix für dieses Anliegen einräumt, gekonnt zu nutzen versteht.
Die Serie «Oloture: The Journey» ist bei Netflix abrufbar.
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