
Doch vor zwei Jahren entdeckte Susanne Oehme vom Museum Wolmirstedt im amerikanischen Nationalarchiv in Washington einen vierminütigen Film, der vermutlich von einem Filmteam der US-Armee gedreht wurde. Eine Sensation. Zu sehen sind Menschen, die ungläubig in die Kamera blicken und kaum glauben können, dass sie in letzter Sekunde dem Tod entronnen sind. Ausgemergelt und abgemagert bis auf die Knochen. Männer zerdrücken Läuse zwischen den Fingern. Manche haben es nicht geschafft, auch Tote sind auf den Bildern zu sehen.
Historiker Klaus-Peter Keweloh aus Hillersleben und sein Sohn Daniel bringen erst nach der Wende die historische Wahrheit ans Licht. Sie halten Kontakt zu Überlebenden wie Peter Lantos und führen die Kinder der ehemaligen Zuginsassen zu den authentischen Orten. Sie kommen in der MDR-Dokumentation ebenso zu Wort wie der junge Filmemacher Robert Hirschmann, der einen Kurzfilm über die damaligen Ereignisse gedreht hat, und die Studentin Johanna Mücke. Sie hat sich schon als Schülerin am Gymnasium Wolmirstedt mit der Geschichte des Zuges beschäftigt und Briefe und Interviews von Überlebenden übersetzt. «Zug ins Leben» wird am Montag, den 7. April 2025, um 23.35 Uhr gesendet.
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