
Die Quittung folgt prompt: Laut einer Emnid-Umfrage für "TV Digital" hat Eva Herman für mehr als jeden Vierten ihre Glaubwürdigkeit und ihr positives Image als Nachrichtensprecherin eingebüßt. Und das ist nicht das einzige Image-Problem der ARD-Sprecher: Laut einer zweiten Umfrage bestand dieses Problem nicht vor der Bekanntmachung, dass Eva Herman bei der «Tagesschau» "hinschmeißt".
Vor dem negativen Hype um ihre Person bekamen sowohl die ZDF-Sprecher Gundula Gause und Heinz Wolf als auch Eva Herman Spitzennoten von den Deutschen (alle 2,0). Doch jetzt sei Hermans positives Image signifikant in Schieflage geraten, teilte "TV Digital" mit.

Klaus-Peter Siegloch, stellvertretender Chefredakteur der ZDF-Hauptredaktion "Aktuelles", über die Frage, warum Sprecher der ARD häufiger ins "Fettnäpfchen" treten als die Kollegen des ZDF: "Unsere Sprecher sind studierte Journalisten - anders als viele Sprecher der ARD." So war Eva Herman Hotelfachfrau, absolvierte Jens Riewa eine Ausbildung zum Fluglotsen.
Die Umfrage-Ergebnisse kommentiert der Medienexperte Prof. Dr. Jo Groebel wie folgt: "Die Aktivitäten der ARD-Sprecher schaden ihrem Image. Herrn Riewa wehen schräge Geschichten hinterher, die bei den TV-Zuschauern im Kopf hängen geblieben sind - er hat das Image, etwas komisch drauf zu sein."
Groebel zufolgte sollten öffentliche Äußerungen der Sprecher besser "in engster Absprache mit den Sendern geschehen". Eva Hermans "rückständige Thesen" kommentiert der renommierte Medienexperte wie folgt: "Frauen haben es schon so schwer in dieser Gesellschaft, dass Eva Hermans antiquierte Thesen wie "Raus aus dem Beruf" ihnen das Leben eher noch schwerer machen, statt zu helfen." Der Experte schließt nicht aus, dass es beim ZDF einen Verhaltenskodex gibt, während die ARD-Sprecher aufgrund größerer Bekanntheit ein "Star-Gefühl" entwickeln und sich anschließend berufen fühlen, Ratgeber zu schreiben, sich auszuziehen oder durch Privatgeschichten in Boulevardmedien glänzen zu wollen.