
US-Serien sind im Durchschnitt qualitativ hochwertiger, so viele Experten und einige Mitarbeiter von Quotenmeter.de. Doch gerade das hochwertige kommt meist nicht an, so hat die Serie „Alias“ rund 30 Prozent von der Pilotfolge bis hin zur vierten Folge verloren. Doch warum verlieren die meisten US-Serien nach dem Start oder so viele Zuschauer und können sich trotz der vielen Preise nicht lange halten. Die Erfolgsserie „Emergency Room“ konnte in der vergangenen Staffel rund 2,3 Millionen Zuschauer einfahren, wenn man sich das Gegenbeispiel aus den USA ansieht, ist das schon erschreckend: Rund 25 Millionen verfolgen Woche für Woche die Dramaserie. Würde man das durch die Größe von Deutschland teilen, müssten jede Woche acht Millionen Zuschauer zusehen. So ist es aber nicht. Ist den Deutschen das Ärztelexikon zu kompliziert ? Wohl kaum, sonst hätten wir auch nicht „Die Schwarzwaldklinik“ erfunden. Seltsam ist jedoch, dass andere deutsche Krankenhausserien wie „Alphateam“ hohe Millionen an sich reißen. Vielleicht spielt auch die Dramatik eine Rolle. In „ER“ sterben in jeder Episode einige Patienten, in deutschen Serien geht es meist gut aus.

Was vielen noch ein wenig unbewusst ist, dass US-Sitcoms derzeit in der Prime Time für die Sender hohe Quoten einfahren. „Sex and the City“ sowie „Friends“ erreichen wöchentlich rund zwei bis zweieinhalb Millionen Zuschauer.

Nicht alle Sender reagieren so und bringen zur Prime Time nur deutsche Ware: ProSieben, VOX, RTL II und Kabel 1 zeigen schon lange mit Erfolg Serien, auch wenn die Quoten unter dem Senderdurchschnitt fallen. „Akte X“ lies ProSieben auf dem Sendeplatz, da die Serie jahrelang das Aushängerschild war. Britte Steidle von ProSieben teilte uns aber mit, dass das von Fall zu Fall individuell entschieden wird.

Seit einigen Wochen sieht es auch aus, als wolle Kabel 1 seine Primetime von Serien reinigen. Doch was viele nicht merken, es gibt weiterhin neue Investitionen. So wurde nur „Diagnose: Mord“ auf 22.15 Uhr am Mittwoch verschoben, „Akte X“ auf freitags nach dem Spielfilm und in den nächsten Wochen startet die Kultserie „Twin Peaks“. Zudem strahlt Kabel 1 bald die neuen und alten Folgen von „The Practice“ aus. Ob dies in diesem Herbst schon geschieht oder irgendwann im nächsten Jahr, ist bisher noch unklar.
Obwohl die US-Serien weitläufig nur magere Quoten im Gegensatz zu deutschen Serien einfahren, gibt es bereits in der neuen TV-Saison neue und wiederkehrende Serien. VOX strahlt unter anderem „CSI: Miami“, „Gilmore Girls“ und „Fastlane“ aus. ProSieben zeigt die Serien „My Wife and Kids“, „Scrubs“ und „Without a Trace“. Von Sat.1 hört man nur, dass angeblich „JAG“ freitags um 20.15 Uhr laufen soll. (ried)