Über Jahresrückblicke lässt sich bekanntlich streiten: Zu früh, zu boulevardesk, zu unnötig – doch aller Kritik zum Trotz fahren Johannes B. Kerner und Günther Jauch jedes Jahr mit ihren Sendungen bei ZDF und RTL hervorragende Einschaltquoten ein.

In ihrer Argumentation haben allerdings beide Sender irgendwie recht: Das ZDF beruft sich darauf, seinen Rückblick schon immer am ersten Sonntag im Dezember ausgestrahlt zu haben, während RTL auf den 2. Advent verweist, an dem man stets auf Sendung gegangen sei. „Bisher hat RTL traditionsgemäß seinen Jahresrückblick immer am 2. Advent um 20:15 Uhr gesendet. Das ZDF sendet jetzt auch am zweiten Advent und erstmals nicht um 21:45 Uhr, sondern auch um 20.15 Uhr. Das ist sicher für den Zuschauer keine glückliche Entscheidung“, sagt RTL-Moderator Günther Jauch gegenüber dem Online-Fernsehmagazin Quotenmeter.de.

Und in der Tat: Seine Gästeliste kann sich durchaus sehen lassen: Zu Gast sind unter anderem Kurt Beck, Franjo Pooth, Michael Ballack, Paul Potts, Britta Steffen, Oliver Pocher, Leona Lewis und Tokio Hotel. Johannes B. Kerner begrüßt dagegen unter anderem Stefan Aust, Jörg Schleyer, Udo Lindenberg, Matthias Steiner, Marcel Reich-Ranicki, Oliver Kahn und Jens Lehmann. Doch trotz der Konkurrenz bleibt Günther Jauch gelassen: „Meinem persönlichen guten Verhältnis zu Johannes B. Kerner tut diese Entscheidung der Programmstrategen keinen Abbruch“, so der Moderator auf Quotenmeter.de-Anfrage.
Der Verlierer der sinnlosen Kampfprogrammierung ist allerdings das Publikum, das nun die Qual der Wahl hat. Nun bleibt abzuwarten, ob sich das Duell der Jahresrückblicke nicht am Ende als nach hinten losgehender Schuss erweist: Rekord-Einschaltquoten dürfen ZDF und RTL jedenfalls nicht erwarten.