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Beide Seiten zeigten sich überzeugt, dass die Gremien ihre neuen Aufgaben kompetent wahrnehmen werden - und das trotz oder vielleicht auch gerade wegen der zuletzt immer wieder von Seiten der Privatsender aufgekommenen Kritik. Der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, Ruprecht Polenz, betonte, der Fernsehrat habe die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen getroffen, um seiner Verantwortung wie gewohnt auch in diesem formalisierten Verfahren nachzukommen.
Dr. Harald Augter, Vorsitzende der ARD-Gremienvorsitzendenkonferenz bekräftigte, dass die Gremien die Verfahren mit der gebotenen Gründlichkeit und Neutralität durchführen werden. Soweit erforderlich, würde auf externen Rat zurückgegriffen werden. Für die Bewertung des publizistischen Beitrages des Angebots und des gesellschaftlichen Mehrwerts seien die Gremien als Vertreter der Gesellschaft prädestiniert.
Aufgrund des im 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages umgesetzten Beihilfekompromisses mit der Brüsseler EU-Kommission sind ARD und ZDF dazu verpflichtet, den Online-Bestand sowie neue oder wesentlich veränderte Telemedienangebote einem so genannten Drei-Stufen-Test zu unterziehen.