
Nach massiven Protesten seitens prominenter ZDF-Persönlichkeiten wie Claus Kleber, Maybrit Illner oder Guido Knopp, die die Unabhängigkeit und Pressefreiheit des Senders gefährdet sehen, mischten sich Ende Februar auch immer mehr Politiker ein. Auch Roland Koch (CDU), seines Zeichens hessischer Ministerpräsident und derjenige, der den Stein der Diskussion um Brender ins Rollen brachte, meldete sich des Öfteren zu Wort. Koch, stellvertretender ZDF-Verwaltungsratsvorsitzende, sieht seine Partei zu unrecht kritisiert und verweist auf sinkende Einschaltquoten der Nachrichtenformate des Mainzer Senders, die einen Neuanfang rechtfertigten. Von Kumpanei zugunsten seiner Partei könne keine Rede sein.
Die Streitigkeiten ziehen nun ein externes Gutachten nach sich, das unter anderem klären soll, welche Kriterien der Verwaltungsrat bei der Herstellung des Einvernehmens über die Besetzung eines Direktorenpostens zugrunde legen kann. Intendant Markus Schächter hält unterdessen an Brender als bevorzugten Chefredakteur für die nächste Amtszeit fest und will zu gegebenem Zeitpunkt eine Vertragsverlängerung vorschlagen. Für den Fall, dass eine Mehrheit des Verwaltungsrats an einer Absetzung Brenders festhält, hat Schächter seinen Rücktritt angekündigt.