Wie bitte?! (RTL, 1992-1999)

«Geh aufs Ganze!» (Sat.1/kabel eins, 1992-2003)
Wo wird im Fernsehen heute gezockt? Außer bei diversen Pokerturnieren im DSF hat das Wort „Risiko“ im deutschen Fernsehen keine allzu große Bedeutung mehr. Ganz anders war es zwischen 1992 und 2003, als die Zocker-Gameshow «Geh aufs Ganze!» mit Moderator Jörg Draeger Millionen Menschen begeisterte. Das Format lebte von Draeger selbst, der als personifizierter König aller Zocker den Kandidaten, die jeweils aus dem Studiopublikum für Spiele ausgewählt wurden, die Entscheidungen für den blauen Umschlag oder jenes „Tor 3“ bzw. schwer machte – und bis zum Ende der Show war dem besten Menschenkenner nicht ersichtlich, wann Draeger den Kandidaten hinters Licht führte oder nicht. Pro Show gab es zahlreiche Spiele. Am Ende jeder Sendung stand für den besten Kandidaten der sogenannte „Big Deal“, in dem ein Auto gewonnen werden konnte. Die diversen und abwechslungsreichen Spiele, die unnachahmliche Moderationsart von Jörg Draeger, der für diese Show wie geschaffen war, und nicht zuletzt das zum Kult gewordene Trostpreis-Maskottchen „Zonk“ machten «Geh aufs Ganze!» zu einer einzigartigen, täglichen Gameshow, die zum Besten gehörte, was das deutsche Privatfernsehen je zu bieten hatte.
«Friedman» (Das Erste, 2001-2003)

«Dalli Dalli» (ZDF, 1971-1986)
Bis auf ein paar komödiantische Parodien in Sendungen wie der «Harald Schmidt Show» und einem besser zu vergessenden Versuch mit Andreas Türck 1995 wagte sich niemand nach dem Tod von Hans Rosenthal an eine ernstgemeinte Neuauflage des Spielshow-Klassikers, in dem prominente Kandidaten in Spielrunden sekundenschnell Assoziierungen zu vorgegebenen Wortbegriffen nennen sollten, was nicht selten zu abstrusen Situationen führte. Das genial einfache Konzept lebte natürlich sehr stark vom Moderator selber, weswegen ein Remake sicherlich eine komplett andere Moderationsbesetzung haben müsste, die nicht an den großartigen Rosenthal erinnern dürfte. Einen Versuch wäre eine Neuauflage sicherlich wert, wenn ein fähiger Moderator gefunden wird, der beispielsweise auch aus dem Kabarett-Bereich kommen könnte. Solange dies nicht der Fall ist, erinnern wir uns lieber an die tollen Sendungen mit Rosenthal, die Fernsehgeschichte geschrieben haben.
«Wolffs Revier» (Sat.1, 1992-2006)
Während die deutsche Serie in diesen Monaten weiterhin in einer argen Krise steckt, erinnert man sich gerne an jene Zeit zurück, als klassische deutsche Krimiserien wie «Wolffs Revier» das Publikum in Atem hielten. Letztgenannte Sendung war eines der erfolgreichsten und langjährigsten Programme des deutschen Privatfernsehens: Auf ganze 13 Staffeln und über 170 Folgen hat es die Serie um den Berliner Kriminalhauptkommissar Andreas Wolff gebracht. Wolff wurde gespielt von Jürgen Heinrich, der jahrelang eine einmalige schauspielerische Leistung auf höchstem Niveau ablieferte – nicht nur deswegen wurde die Serie 1993 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Während sich die Anfangsepisoden auch teils mit der Wiedervereinigung Deutschlands und den zwangsläufig in Berlin aufkommenden Problemen befassten, fokussierte sich die Serie später stark auf extreme Kriminalfälle sowie das Familienleben Wolffs und seiner Tochter Verena. Gerade die Ambivalenz des äußerst harten und kalten Kommissars sowie des fürsorglichen Familienvaters machte die Serie einzigartig – einen solch gut geschrieben Charakter wie Wolff hat es selten in der Fernsehlandschaft gegeben. Es war nur konsequent, Wolff im Serienfinale dann sterben zu lassen, wie es sich der Zuschauer manchmal vergeblich von so manchem TV-Kommissar gewünscht hätte.