
Auch wenn es gegen Ende der Sendung mit einem ausgedehnten „Danke schön“ emotionaler wurde; wenig war insgesamt zu spüren vom „Ende einer Ära“, wie etwa beim Abschied des bereits zu Lebzeiten zum Fernsehheiligen erhobenen Johnny Carson. Bereits im September geht schließlich die «Jay Leno Show» auf Sendung, nun eine Stunde früher in der Prime Time. „Manche Leute fragen mich, ob ich traurig bin, die Show abzugeben“, so Leno. „Ehrlich gesagt, bin ich sehr glücklich (…) als ich die Show von Johnny übernahm, war sie die Nummer Eins im Spätprogramm. Nun übergebe ich sie an Conan und sie ist immer noch die Nummer Eins... und ich bekomme meine Kaution wieder.“ Für seinen Nachfolger hatte Leno, wie auch in der Vergangenheit, nur warme Worte übrig. Er sei die „perfekte Wahl“ für die Nachfolge.
Jay Leno hinterlässt in der Tat eine beeindruckende Bilanz. Auch wenn sie nicht mehr die kulturelle Relevanz der Vergangenheit besitzen mag. Die «Tonight Show» ist nach wie vor eines der profitabelsten Formate im amerikanischen Fernsehen. Um die 100 Millionen US-Dollar spült die «Tonight Show» jährlich in die Kassen von NBC. Bis zuletzt gelang es Leno, seine Late Night-Konkurrenz, und hier vor allem den ewigen Rivalen David Letterman (CBS), auf die Plätze zu verweisen. Zum Abschied sah es erwartungsgemäß nicht anders aus. Über 10 Millionen Zuschauer erreichte die letzte Ausgabe der «Tonight Show with Jay Leno» – bei weitem kein Rekordwert, aber sehr respektabel.

Verglichen mit seinen Anfängen befindet sich Conan O'Brien freilich in einer komfortablen Position. Wurde er 1993 als Nachfolger von David Letterman mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen, ist er nun einer der Veteranen der Branche. Der nun erfolgte Karrieresprung ist seit Jahren in Planung. Spätestens seit der im Februar erfolgten Übergabe der «Late Night Show» an Jimmy Fallon laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestaltung des neuen Studios gelegt. Elegant sollte die Kulisse sein und sowohl dem neuen Standort Los Angeles Rechnung tragen als auch den New Yorker Wurzeln. Am Ende stand die Entscheidung für einen ausladenden Art Deco-Stil.

Befragt zu seinen Erfolgsaussichten gibt sich O'Brien erst einmal abwartend: “Gegenwärtig befinden wir uns in einer Phase der Neuordnung. Diese Dinge werden nicht in einer Woche entschieden. Es ist ein Marathon. Wir werden einige Leute mitbringen und wir werden einige neue Leute finden müssen, und es wird sich nicht alles direkt ergeben. Aber ich bin daran interessiert, genau dort anzukommen.“