Viel wurde geredet, nun ist sie da: «Die Oliver Pocher Show». Auch wenn noch nicht alles klappte - Pocher könnte die Late-Night doch noch retten. Die TV-Kritik zur Premiere...

Doch wie schlug sich der Gastgeber im Gespräch mit seinen Gästen? Viel kitzelte er sicherlich nicht aus ihnen heraus, sieht man mal vom neuen Babyglück des nun ebenfalls in Sat.1 angestellten Johannes B. Kerners mal ab. Der durfte dann kurz das Konzept seiner neuen Show vorstellen und machte zugleich deutlich, dass er künftig noch mehr Tatendrang an den Tag legen möchte. „Mehr Leidenschaft?“, fragte Pocher. „Heißt das, du hast die Sendung zuletzt nur noch runtergerotzt?“ Das saß. Im Gegensatz zum Gespräch mit Popstar Shakira – mehr als Floskeln wurden hier nicht zutage gefördert. Hier ging es um die neue Single, deutsche Würstchen und Sex im Kölner Dom – letzterer Punkt brachte die Kolumbianerin dann doch ins Schwitzen, wollte sie doch eigentlich weder über Sex noch Religion sprechen.

Ausbaufähig ist «Die Oliver Pocher Show» daher allemal. Nur der Sendeplatz könnte Pocher einen Strich durch die Rechnung machen, floppte in Sat.1 am Freitagabend doch zuletzt nahezu jedes Format – und ob Kai Pflaumes Tanz-Debakel «Yes We Can Dance!» tatsächlich als gute Vorlage diente, darf durchaus bezweifelt werden. Das dauerte übrigens sogar ein paar Minuten länger als geplant und brachte Oliver Pocher in eine Situation, die er auch noch allzu gut von seiner Zeit im Ersten kannte. Doch meinte es Sat.1 ernst mit einer richtigen Late-Night-Show, sollte man den Schritt wagen und Pocher täglich auf Sendung schicken. Das Potenzial zum Retter der Nacht hat Oliver Pocher ganz gewiss, man muss ihn nur lassen. Vielleicht gelingt es dann ja doch noch, die Late-Night zu einem Steckenpferd der Deutschen zu machen.