Manuel Weis, Chefredakteur Quotenmeter.de:
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Jan Schlüter, Redakteur Quotenmeter.de:
Kommt ein Verkauf von N24 zustande, sind die Folgen für die Nachrichten von ProSieben, Sat.1 und kabel eins nicht absehbar. Denn dann wäre unklar, ob die Nachrichten weiterhin extern von N24 zugeliefert oder wieder eigenproduziert werden – oder ob ein komplett neuer Nachrichtenzulieferer gefunden wird. Für den Zuschauer dürften die finanziellen Einsparungen kaum merkbar sein: Die ProSieben-«Newstime» erfreut sich mit knapp zehn Minuten Dauer, wovon die Hälfte auf Boulevard-News, Eigen-PR oder das Wetter entfallen, guter Marktanteile in der Zielgruppe. Ähnlich handhabt kabel eins sein Konzept. Lediglich die Sat.1-«Nachrichten» könnten qualitativ leiden – denn sie sind die einzigen, die noch eine vergleichsweise akzeptable Informationsqualität vorzuweisen haben. Und N24 selbst? Wird in Ungewissheit über die Zukunft veräußert oder wird zu einem Quasi-Doku-Sender mit weniger Nachrichten verkommen. Vorteile würde es nur dann geben, wenn ein neuer Besitzer mehr investiert. Für das ProSiebenSat.1-Informationsimage ist der „Zug abgefahren“, wie CEO Ebeling leider richtig feststellte. In Zeiten, in welchen Harald Schmidt die Privatnachrichten mit einem Alibi-Infizierten der Schweinegrippe aufs Glatteis führen konnte („Schweinegrippen-Journalismus“) und damit die teils recherchelose, reißerische und peinlich unprofessionelle Produktion solcher News entlarvte, ist dies kein allzu großer Verlust.
Marco Croner, Redakteur Quotenmeter.de:
Es ist ein unerschütterliches Faktum, dass ein Unternehmen es nicht vermag, allein von den Dingen zu leben, die es produziert, sondern von eben jenen, die es verkauft. Dass sich im Falle von N24 also etwas ändern muss, steht nicht zur Debatte – Folgen wir einem gealtertem Slogan des Senders und „kommen wir zu Sache“.
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Sidney Schering, Kino-Kolumnist und -Kritiker:
Nachrichten bei ProSiebenSat.1 – oder besser gesagt: Der geringste Aufwand, um weiterhin als Vollprogramm
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Torben Gebhardt, Redakteur Quotenmeter.de:
Bei dem ganzen hin und her in der Standortbestimmung des vermeintlichen Nachrichtensenders N24 tun dem Betrachter der Szenerie eigentlich nur die Mitarbeiter leid. Sie sind diejenigen, die mit viel Herzblut dafür sorgen, dass die Sendergruppe mit den aktuellsten Meldungen versorgt wird. Ganz gleich welchen Inhalts und welcher Tragweite bzw. Relevanz sie auch sein mögen.
Bei dem Herzstück der ganzen Diskussion – nämlich N24 selbst – bleibt, sollte die diskutierte Nachrichten-Reduktion/Reform vollzogen werden, jegliches Mitleid außen vor. Das „N“ im Namen hatte der Sender sowieso seit Jahren nicht mehr verdient. Gilt der Sender doch nur noch als kostengünstige Abspielstation tausendfach gesehener Dokumentationen aus dem scheinbar schier unergründlichen Archiv der Sendergruppe. Gestört haben da eigentlich nur die seltenen Unterbrechungen der Formate mit den „lästigen“ Nachrichten. Von aktuellen Meldungen bei Ereignissen mal ganz abgesehen. Denn Laufbänder mit kurzen Inhalten sollten da nur von kurzer Einsatzdauer sein. Hier wäre Präsenz vor Ort die richtige Devise, aber diese Diskussion hatte ja auch schon in der Vergangenheit zu wenig Erfolg geführt.
Wie will sich also ein selbsternannter Markführer unter den Nachrichtensendern ernsthaft profilieren, wenn nun auch die letzte Newskompetenz gestrichen wird? Mein Appell gilt den einzelnen Sendern der Gruppe – ProSieben, Sat.1 und kabeleins - sich der Produktion der Nachrichten selbst anzunehmen und auf die jeweiligen Belange abzustimmen. Die Mitarbeiter sollten auf diesem Wege gleich aus den Redaktionen herausgeholt und in die eigenen Reihen integriert werden. Der Zuschauer wird es danken, denn auf diesem Wege sieht er auch endlich mal wieder grundverschiedene Nachrichten und muss nicht ein und dieselben News auf drei Sendern gleichzeitig verwerten. Und damit wäre dann auch das Thema N24 ein für allemal erledigt. Der Sender sollte verkauft werden, solange noch jemand Geld dafür hinlegen könnte. Ein rudimentär vorhandenes oder verbliebenes Image hin oder her...