Die Amerikaner sprachen im Herbst 2000 über eine neue Show, die CBS am Freitagabend zeigte. Dabei handelte es sich nicht um die Krimiserie «CSI – Den Tätern auf der Spur», die im Januar 2001 auf den früheren «Diagnose: Mord»-Sendeplatz wechselte und diesen Platz bis heute inne hat. Die Feuilletons und die Gespräche in den Büros drehten sich um die «The Fugitive»-Neuauflage («Auf der Flucht»). Obwohl die Einschaltquoten zum damaligen Zeitpunkt mit etwas mehr als acht Millionen Menschen schlecht waren, wurden auch von anderen Serien Neuauflagen bestellt.

Diese Projekte wurden bereits von den Networks groß angekündigt, die verantwortlichen Personen in den Sendern streben dabei an, dass man den Originalen ziemlich nahe kommt. Große Veränderungen soll es nicht wirklich geben. Doch warum setzen die Sender auf alte Kamellen, wo doch die Technik neue Ideen zulässt? Ein NBC-Programmplaner erklärte der New York Times, dass sich solche Formate leichter verkaufen ließen. Unrecht hat Warren Littlefield nicht, denn der Kinobereich geht einen ähnlichen Weg. Statt Remakes werden hier Fortsetzungen produziert – neue Ideen gibt es immer seltener.

Anfang des Jahrzehnts hatte «Law & Order»-Kopf Dick Wolf die Idee, «Dragnet» («Polizeibericht Los Angeles») zu reaktivieren. Al Bundy-Darsteller Ed O’Neill spielte die Hauptrolle, ihm zur Seite stand Eva Longoria, die danach bei «Desperate Housewives» unter Vertrag genommen wurde. Die Serie floppte. Im Jahr 2002 ging eine neue Version von «The Twilight Zone» auf Sendung, jedoch war das Interesse bei UPN relativ gering. Ähnlich sah es mit einer weiteren «Star Trek»-Version bei UPN aus, «Enterprise» kam über schlechte Einschaltquoten nicht hinaus. Auch «V» - ein aktueller ABC-Remake - hat nur mäßige Zuschauerzahlen, bereits nach der vierten Folge lagen die Quoten unter zehn Millionen Zuschauern.

Wie man das Blatt auch wendet, nur eine Handvoll Neuauflagen wurden wirklich erfolgreich. Obwohl die Senderchefs dies wissen, ändert man den Kurs nicht. Im vergangenen Jahr mauserte sich «The Mentalist» zum Hit und behält seither den zweiten Platz bei den fiktionalen Formaten. Oftmals begeistern sich die Menschen für neue Dinge – und nicht für Aufgewärmtes.