Die Verleihung der 82. Academy Awards der Academy of Motion Picture Arts and Sciences steht vor der Tür. Inzwischen haben die über 5.500 Mitglieder der Filmakademie entschieden, wer alles einen Filmpreis mit nach Hause nehmen darf – doch wer die strahlenden Gewinner sind, wird bis zum Sonntagabend strengstens von Notaren gehütet.

Damit auch die Zielgruppe die Übertragung beim US-Sender ABC einschalten, verpflichtete die Academy of Motion Picture Arts and Sciences junge Schauspieler. Unter anderem sind die Teenie-Stars Miley Cyrus («Hannah Montana»), Zac Efron («High School Musical»-Trilogie), Taylor Lautner und Kristen Stewart (beide «Twilight»-Saga) vertreten. Die Lachmuskeln verwöhnen Steve Carell («The Office») und Tina Fey («30 Rock»), die gemeinsam in dem Kinofilm «Date Night» mitspielen. Darüberhinaus wurden Sacha Baron Cohen («Borat»), der allseits bekannte Ben Stiller und Jason Bateman («Up in the Air») für die 82. Oscar-Show engagiert.
Wenn die Stars am roten Teppich ankommen, werden sie von The Hollywood Reporter-Kolumnist Robert Osborne begrüßt. „Auf dem roten Teppich zu stehen ist eine ganz andere Erfahrung als sonst“, erklärte Academy-Präsident Tom Sherak. „Robert ist die perfekte Person, die unsere Gäste in Empfang nimmt“. Dies ist nicht Osbornes erste Verpflichtung, bereits zum fünften Mal wird er auf dem roten Teppich stehen und den einen oder anderen Plausch mit den Schönen und Reichen führen. Neben seiner Tätigkeit bei The Hollywood Reporter führt er durch verschiedene Veranstaltungen der Academy und moderiert bei Turner Classical Movies.
Nur wenige Meter weiter stehen drei Moderatoren, die durch die Preshow führen werden. In Amerika ist es eine große Ehre, wenn man für die Filmakademie arbeiten darf. Nicht nur die Moderatoren des Austragungssenders ABC werden Jahr für Jahr angefragt, auch andere Leute kommen zum Zug. Nun traf es Jess Cagle (Entertainment Weekly), Kathy Ireland (Kathy Ireland Group) und Schauspielerin sowie «The View»-Moderatorin Sherri Shepherd.

2009 wurde die Oscar-Bühne von der Rockwell Group deutlich überarbeitet. Die Big-Bang nahm nicht mehr im Musiker-Graben Platz, sondern durfte – wie in den früheren Zeiten – am Ende der Bühne spielen. Der Ort des Geschehens war nicht mehr rechteckig, sondern wurde mit einer Ausbuchtung in Richtung des Zuschauerraumes versehen. Ein großer Kristall-Vorhang war das Sahnehäubchen des von David Rockwell gestalteten Raumes, der fast komplett wieder verwendet wird.

Die Platzverteilung ist teilweise bizarr: Beispielsweise bekommen die Studios eine Anzahl von Karten, die sich auf die veröffentlichten Filme im vergangenen Kinofilm bezieht. Im Klartext bekommen die Major-Studios wie Warner Bros., Universal, Paramount, Fox, Sony und Disney den größten Teil der beliebten Karten. Die Nominierten können darüberhinaus ein Ersuchen nach weiteren Tickets abgeben. Eine Quelle, die gegenüber Variety nicht genannt werden möchte, erklärte, dass es Leute gibt, die elf Tickets bestellen und sechs bekommen. Andere wollen sechs Plätze für sich haben und alle erhalten.
Für alle, die keine hervorragenden Verbindungen zu den Studios haben oder nicht nominiert sind, gibt es eine weitere Möglichkeit. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences veranstaltet eine Lotterie, in der 400 Stühle vergeben werden. Wenn eines der 5.800 Mitglieder gezogen wird, kann es entscheiden, ob es ein Ticket für 1.200 – 1.500 US-Dollar beziehen möchte. Der reiche Onkel aus der Filmakademie kann jedoch nicht seinen Enkel zur Verleihung schicken, denn alle Einlassscheine sind mit Namen und Foto versehen.
Im Anschluss an die Zeremonie findet der so genannte Governors Ball statt. „Jeder möchte ein Governors Ball-Ticket und diese sind sehr beschränkt“, sagt eine Quelle aus den Filmstudios, „davon gibt es nicht genug.“ Derzeit kostet das Abendessen von Wolfang Puck, sofern man nicht direkt eingeladen wurde, rund 800 US-Dollar. Doch gerade die wenigen Tickets machen die Academy Awards so attraktiv – jeder möchte bei einer Veranstaltung dabei sein und zum auserwählen Kreis gehören. Für die übrigen Millionen Menschen bleibt nur der Griff zur Fernbedienung, damit sie eine Preisverleihung mit entsprechenden Showeinlagen sehen können.