Welche neuen Serien werden punkten? Welche alten Shows können weiter überzeugen? Wo wird der Konkurrenzkampf am härtesten? Quotenmeter.de wagt vorab einen umfassenden Blick auf die neue, amerikanische TV-Saison.
Der unbeständige Hoffnungsträger: ABC

Spannend werden die Quoten am Dienstagabend, denn die Entscheidungsshow von «Dancing With The Stars» wird umrahmt von zwei aussichtsreichen Neustarts. Zunächst entdeckt in «No Ordinary Family» eine Familie nach einem Unfall, dass sie über Superkräfte verfügt. Ein Plot, der viel Raum für turbulente und witzige Geschichten lässt. Mit «NCIS» im Gegenprogramm kämpft der Newcomer allerdings gegen die erfolgreichste Serie der vergangenen Saison. Das dürfte ein schwerer Brocken werden. Wenigstens setzt NBC mit «The Biggest Loser» eine bezwingbare Konkurrenz dagegen. Die Produktion sollte jedoch möglichst schnell viele Fans gewinnen, denn ab Januar muss sie zusätzlich gegen «American Idol» antreten, das zwar schwächer, aber immer noch hervorragend laufen und eine ähnlich junge Zielgruppe ansprechen wird.

Mit hohen Quoten kann auch am Freitag bei ABC nicht gerechnet werden. Zunächst wird eine neue Staffel der ehemaligen FOX-Reality «Secret Millionaire» kaum etwas reißen können, bevor mit «Body Of Proof» eine weitere Pathologen-Serie starten wird. In Anbetracht der anhaltenden Schwäche der «CSI»-Varianten sollte der Krimi kein großer Erfolg werden können. Schon deswegen, weil die Krimireihe direkt in Konkurrenz zur neuen «CSI: NY»-Staffel laufen wird.

Bei den Serienveteranen «Grey’s Anatomy», «Private Practice» und «Desperate Housewives» sollte der schleichende Abwärtstrend weiter anhalten. Auch Neuzugang Vanessa Williams wird diesen bei den Hausfrauen kaum aufhalten können. Hier wird es eine Frage der Zeit sein, wann sich die teuren Produktionen nicht mehr rentieren. Das wird sicher noch nicht in der aktuellen Season passieren, aber ewig wird sich ABC auf die Serien nicht mehr verlassen können.

Der Kanal hat sich mit der neuen Matthew-Perry-Serie «Mr. Sunshine» und der Dschungel-Krankenhausserie «Off The Map» zwei verheißungsvolle Kandidaten für die Midseason aufgespart.
Der sattelfeste Platzhirsch: CBS
Markführer CBS braucht sich die wenigsten Sorgen um die kommende Saison machen und wird diese wohl wieder als erfolgreichstes Programm abschließen können. «NCIS» und der Ableger aus Los Angeles überzeugten am Dienstagabend mit fast 20 Millionen Zuschauern. Der Neustart der vergangenen

Die schwächelnden Formate «Cold Case», «Numb3rs» und «Ghost Whisperer» wurden bereits entfernt, bevor sie den Senderschnitt zu sehr nach unten ziehen. Sorgenkind könnte nur der ehemalige Dauerbrenner «CSI» mit seinen Ablegern werden. Vor einigen Jahren interessierten sich wöchentlich weit über 20 Millionen Menschen für die Arbeit der Forensiker aus Las Vegas, zuletzt waren es nur noch 15 Millionen. Auch wenn die Zahlen weiterhin überdurchschnittlich sind, wird die kommende Staffel richtungsweisend werden. Vielleicht nicht gleich bezüglich einer Absetzung, aber wenigstens bezüglich des prominenten Sendeplatzes am Donnerstagabend. Aussichtsreichere Kandidaten wie «The Mentalist» stehen bereits für einen Umzug in den Startlöchern. Das Spin-Off aus New York wurde bereits auf den ungeliebten Freitag versetzt, sollte dort aber trotzdem akzeptable Werte einfahren.

Bei derart vielen Selbstläufern bestand kaum Notwendigkeit für neue Serien. Die wenigen Frischlinge sind, wie man es von CBS gewohnt ist, wenig innovativ und eher klassische Formate. Darunter ist mit «Blue Bloods» ein konventionelles Polizeidrama mit Tom Selleck, mit «The Defenders» eine gewohnte Anwaltsserie mit Jim Belushi und mit «Mike & Molly» eine solide Dicken-Sitcom aus der Schmiede von «Two And A Half Men»- und «Big Bang»-Macher Chuck Lorre, die allesamt erst gegen Ende der Primetime antreten werden. Das Remake der legendären Serie «Hawaii Five-0» ist der vielversprechendste Kandidat aus dem Hause CBS. Immerhin wurde die Serie mit Scott Caan bei diversen Umfragen zur meisterwartendsten der neuen Saison gewählt.
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