
Am ersten Todestag Enkes feiert der Film nun seine Premiere – im Anschluss an ein Ligaspiel aus England sendet Sky die Dokumentation ab 23.00 Uhr. Weitere Wiederholungen folgen am Wochenende. „Unser Film fokussiert sich auf den Bereich der psychischen Erkrankung im Profifußball“, erklärt Leopold. Der Journalist kam während seiner Recherchearbeit zur Erkenntnis, dass sich im Umgang mit Depressionen durchaus etwas geändert habe. „Man ist definitiv sensibler geworden“, so Leopold. Dennoch sagte er, dass man sich nach wie vor „im Stadium der Aufklärung“ befinde. Zu dieser Einschätzung kam auch Theresa Enke. Sie sagte zu Sky: „"Ich denke schon, dass sich (der Umgang mit der Krankheit) in der breiten Öffentlichkeit etwas geändert hat, aber deswegen gibt es ja auch die Robert-Enke-Stiftung, um darauf hinzuarbeiten, dass sich im großen Rahmen etwas ändert, dass es überhaupt kein Tabuthema mehr sein wird. Das ist zwar schwer zu realisieren, aber deswegen sitzen wir hier."

Michael Leopold sagt heute, dass er „viel über dieses Thema gelernt habe“ ‚W. Im Zuge der Recherche-Gespräche und Interviews wurden viele Dinge klarer. Wichtig ist den Autoren nun vor allem: „Wir wollen aufklären: Es stimmt nicht, dass Leistungsdruck per se Depressionen auslöst. Aber Leistungsdruck oder Stress können Depressionen begünstigen. Fußballer sind generell nicht anfälliger als andere Menschen. Aber der Umgang mit der Krankheit, ist im Profisport sicherlich schwierig ”, sagt Michael Leopold zu Quotenmeter.de. Sein Dank gilt nicht nur Theresa Enke, sondern auch Jan Bassler, dem Geschäfsführer der Robert Enke Stiftung für die Unterstützung bei der Produktion.
Nachdem die Doku nun fertig ist, kann Leopold etwas durchatmen. Vorausgegangen waren teilweise schlaflose Nächte und dennoch hat er die Lust an solchen Projekten nicht verloren. „Dokus mache ich immer gerne, weil sie eine sehr intensive Erfahrung sind. Zugegeben: Auf solch schwere Themen werde ich nun aber eine Zeit lang verzichten“, sagte er.