Das VOX-Großprojekt «X Factor» ist beendet – zumindest vorerst. Die erste Staffel war für den Kölner Privatsender ein voller Erfolg, auch wenn man sich aus Quotensicht eventuell mehr erhofft hatte. Quotenmeter.de blickt zurück.

Das große Manko der ersten Staffel war sicherlich das Studio. Natürlich konnten keine XXL-Investitionen getätigt werden, denn man wusste schließlich nicht, wie das Format beim Publikum ankommen würde. Aus dieser Sichtweise war das Studio angemessen. Bei der zweiten Staffel muss deutlich mehr Platz für Zuschauer geschaffen werden, bei etwa 20.000 Bewerbern und den nun erzielten Quoten sollte das Interesse sicherlich vorhanden sein. Einer Show dieser Art gebührt schlicht ein großes Studio, welches ein Event-Gefühl beim Publikum und den Zuschauern auslöst. Auf der Bühne zeigten die Acts bereits, dass man bei der Choreographie sehr kreativ sein kann. Viele Auftritte wirkten frisch, lebendig und einfach gut durchorganisiert. Bei «Deutschland sucht den Superstar» steht die Bühnenshow dagegen eher im Hintergrund.

Insgesamt zeigte sich, dass das «X Factor»-Konzept deutlich vor «Popstars» oder «Deutschland sucht den Superstar» liegt. Ohne die Altersbegrenzung kann die Sendung aus dem Vollen schöpfen und auch älteren Menschen die Chance geben, sich zu beweisen. Für die Zuschauer bedeutet dies mehr Abwechslung. Da die Juroren gleichzeitig auch Mentoren sind, entsteht zwischen ihnen eine enge Verbundenheit. Vor allem aber ist es dem Sender und der Produktionsfirma hoch anzurechnen, dass man aus «X Factor» kein Krawallformat gemacht hat. Gute Unterhaltung in einer Castingshow kann auch ohne die Leitfigur Dieter Bohlen funktionieren.
Eine spannende Frage wird sein, auf welchem Sendeplatz VOX die neue Staffel auf Sendung schicken wird. Der Dienstag erwies sich mit den ProSieben und RTL-Serien als harte Konkurrenz beim jungen Publikum. Hinzu kamen Fußball-Spiele, die auch immer sehr beliebt waren. Ein wichtiger Aspekt wird außerdem sein, für wann der Sender überhaupt die neue Staffel einplant. Eine Ausstrahlung am Samstag, wenn auch bei RTL gleichzeitig eine Castingshow läuft, scheint ausgeschlossen und auch sonst sind andere in Frage kommende Sendetage wie beispielsweise der Donnerstag die meiste Zeit im Jahr über mit Konkurrenz-Casting-Shows belegt.