
«Falling Skies» besinnt sich innerhalb des Sciencefiction-Genres auf althergebrachte Tugenden. Auch wenn der phantastische Plot immer in einer Weise präsent ist, dient die Invasion oftmals nur als Hintergrund, um Geschichten über Menschen in Extremsituationen zu erzählen und um menschliche Dramen in ein ungewohntes Licht zu setzen und aus neuen Perspektiven zu zeigen. Für den anspruchsvollen Zuschauer ist es durchaus angenehm, mit welcher Konsequenz sich «Falling Skies» von den leider etablierten Klischees von modernen SciFi-Serien und -Filmen ablöst, die oftmals nur noch das Verlangen der Zuschauer nach Aliens, Raumschiffschlachten und abgehobener Technologie befriedigen wollen und darüber ihren Kern verlieren.

«Falling Skies» bleibt dabei angenehm übersichtlich. Auch wenn es seine Hintergrundgeschichte kontinuierlich fortentwickelt und Fragen über die wahre Natur der Außerirdischen aufwirft, verheddert «Falling Skies» sich nie in einem Netz aus Fragen, keine unplausiblen Mysterien kreuzen den Weg der Protagonisten. Die Geschichte hat Hand und Fuß und liefert zügig Erklärungen zu aufgeworfenen Fragen. Auch die Charaktere verbleiben angenehm unspektakulär. Es gibt keine Episoden, die sich speziell um einen Charakter drehen und man erfährt wenig bis gar nichts über das frühere Leben der Figuren. Alles, was die Charaktere für den Zuschauer prägt, erfährt über das Verhalten dieser. Damit baut «Falling Skies» seine Figuren nicht ansatzweise so weit aus wie manch andere Serie, wirkt im Großen aber unheimlich realistisch.

Längst wurde eine zweite Staffel der Serie bestellt, die in den letzten Episoden sich nicht nur inhaltlich immer weiter verdichten konnte, sondern sich mit den beiden letzten Folgen auch wieder zu den richtig guten Zuschauerzahlen aufschwingen konnte, mit der sie Wochen zuvor startete. Über 5,5 Millionen Zuschauer sahen das Finale der ersten Staffel, besonders die jungen Zuschauer sind von der Serie begeistert. Am kommenden Freitag läuft in Deutschland das Staffelfinale auf TNT Serie, im Free-TV wird die Serie vermutlich von ProSieben gezeigt werden.

Ein Junge flüchtet vor einem außerirdischen "Skitter", er stößt gegen einen Tisch, ein Globus fällt herunter. Der Globus rollt den Gang entlang bis sich schuppige Klauen um den Miniatur-Erdball schließen. Der Skitter hält die Erdkugel in die Höhe, dann drückt er zu und die kleine Erde zerbirst.

Überhaupt wurde die ein oder andere Chance verspielt, noch mutiger mit der Thematik umzugehen. Werden zu Beginn der Serie mit den "Skitters" endlich mal völlig andersartige Außerirdische präsentiert, so sind die wahren Drahtzieher der Invasion dann doch wieder Humanoide mit den alientypischen großen Köpfen und überlangen Extremitäten. Vieles was man vorher an Fremdartigkeit aufbaut und damit das Gefühl für die stetige Bedrohung steigert, geht wieder verloren. Zumal auch schnell ein Weg gezeigt wird, wie Aliens und Menschen miteinander kommunizieren können.

«Falling Skies» ist auf einem guten Weg und stellt den Beweis dar, das echte Sciencefiction sehr wohl noch im US-Fernsehen funktioniert. Vielleicht ist es gerade die Reduzierung des Genres auf Aliens, Hightech und Effekte, die Serien wie «V» in den letzten Jahren immer schneller kollabieren ließen. Manche Genres lassen sich eben schlecht dem Mainstream anbiedern ohne beide Zielgruppen zu verlieren. Zum Glück hat «Falling Skies» sich daran gar nicht erst versucht.