
Mit einem besonders frühen Beginn wollte auch NBC mit seiner Serie «Grimm» punkten, dem Fantasy-Format mit Kriminalfällen, die sich um Märchenfiguren aus den Werken der Gebrüder Grimm drehen. Am – früher gern als Todesslot bezeichneten – Freitagabend holte die erste Staffel in der vergangenen Season überraschend gute Zuschauerzahlen: Über fünf Millionen Menschen sahen durchschnittlich die 22 Folgen, davon knapp zwei Millionen werberelevante 18- bis 49-Jährige. Außerdem war «Grimm» laut NBC-Angaben eine der meistgesehenen neuen Sendungen über den digitalen Videorekorder – diese aufgezeichneten Ausstrahlungen eingerechnet, kam die Serie durchschnittlich auf weit mehr als sechs Millionen Zuschauer.

Durchschnittlich haben die ersten vier Montags-Folgen der zweiten Staffel nun 4,96 Millionen US-Zuschauer unterhalten. Am erfolgreichsten war der Staffelstart mit 5,64 Millionen Interessenten. Im Vergleich zu den Zahlen, die «Grimm» mit den letzten Folgen der ersten Staffel im Frühjahr eingefahren hatte, kann sich der Staffelstart eigentlich sehen lassen – immerhin gewannen diese neuen Folgen gegenüber dem Frühjahr sogar mehrere hunderttausend Zuschauer hinzu.
Allerdings reicht dies nicht, um den frühen «Grimm»-Start als gänzlich erfolgreich einzustufen: Erstens hatte die Serie am späten Montagabend kaum Konkurrenz – genau diese Situation wollte NBC mit seinem Frühstart auch herstellen. Gegen Wiederholungen von CBS` «Hawaii Five-O» und dem furchtbar erfolglosen «The Glass House» bei ABC war zwar immerhin jeweils der Zielgruppen-Sieg zu holen, allerdings hätte man aufgrund dieser schwachen Konkurrenz trotzdem höhere Werte erwarten müssen. Denn zweitens kommt hinzu, dass NBC während der Olympischen Spiele, die das Network übertrug, massiv Werbung für sein neues Herbstprogramm gemacht hat – und insbesondere für «Grimm», das bekanntlich als erste Serie zurück auf die Bildschirme durfte. In diesem Licht erscheinen die eigentlich guten Einschaltquoten etwas ernüchternder. Schließlich bleibt drittens anzumerken, dass die oben genannten Vergleichszahlen ja vom Freitag stammen, also einem generell zuschauerschwachen Abend, an dem die erste «Grimm»-Staffel zuhause war. Hätte NBC die zweite Season also zwar früher, aber des besseren Vergleichs wegen ebenfalls am Freitag gestartet, wären die aktuellen Werte vermutlich schwächer ausgefallen.
