
Strepp verlangte vom diensthabenden Redakteur, dass in der 19-Uhr-Ausgabe der «heute»-Sendung nicht über den SPD-Parteitag und die Wahl des Münchener Oberbürgermeisters Christian Ude zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 berichtet wird. Die «Tagesschau» würde laut Strepp auch auf einen Bericht verzichten, und solle sich das ZDF diesem Gesuch widersetzen, so werde dies "Diskussionen nach sich ziehen".

Strepp unterdessen streitet zwar nicht ab, bei der «heute»-Redaktion angerufen zu haben, behauptet jedoch, dass die öffentliche Darstellung des Gesprächs "nicht den Tatsachen" entspräche. Gleichwohl hüllt sich Strepp in Schweigen über die tatsächlichen Inhalte und Intentionen seines Telefonats. In einem Brief an den stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen, den Strepp der SZ zukommen ließ, lobt er derweil die Souveränität des öffentlich-rechtlichen Senders: "Die Berichterstattung des ZDF ist bekanntermaßen von einer Unabhängigkeit geprägt, bei der sich bereits jeder Gedanke an eine Beeinflussbarkeit verbietet." Mittlerweile bezog auch der Deutsche Journalisten Verband Stellung zur Thematik. Der Bundesvorsitzende Michael Konken sieht in Strepps Handeln den "Versuch der CSU-Pressestelle, beim ZDF einen Informationsboykott des politischen Gegners zu erwirken" und betont, dass dies nicht "mit dem Gebot der Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" vereinbar sei.