
Inhaltlich bleibt man sich auch diesmal wieder treu und behandelt auch diesmal wieder ein Verbraucherthema. In diesem Fall werden die Machenschaften der Lebensmittelindustrie beleuchtet und einige geläufige Begriffe wie "Serviervorschlag" oder "Mindesthaltbarkeitsdatum" näher erklärt. Deutlich spezieller als die Thematik an sich, derer sich bereits zahlreiche Verbraucherschutzmagazine vor allem im öffentlich-rechtlichen Fernsehen angenommen haben, ist die Herangehensweise der beiden Moderatoren: Neben den eigenen Produkttests und der mehr oder minder intensiven Recherche konsultieren Zampounidis und Trepper auch Experten, kontaktieren die Hersteller direkt, testen die Produkte sowie ihre Wirkung bei Passanten auf der Straße und versuchen sich bei der Gewinnung interessanter Erkenntnisse teilweise gar an Spielen oder Wettbewerben.
Dies alles ist aufgrund der flotten Aufmachung und der sehr humorvollen Moderation zwar auf der einen Seite erstaunlich kurzweilig geraten, sodass sich der Zuschauer über 45 Minuten nie wirklich langweilt, andererseits wird er jedoch teilweise mit Eindrücken und Informationen beinahe überladen. Dadurch kommt nicht nur das etwas unangenehme Gefühl von Hektik auf, gerade die zahlreich vorhandenen thematischen Sprünge bewirken auch beinahe schon eine latente Überforderung. An manchen Stellen wäre es ratsamer gewesen, zumindest ein wenig auf die Bremse zu treten - selbst wenn dadurch die eine oder andere Aktion verloren gegangen wäre. Schon der Beginn ist zumindest für neue Interessenten undankbar, die sich noch nicht zuvor an den Stil des Formats haben gewöhnen können. Man prescht hier etwas vorschnell herein und zwingt damit Neulinge, sich mühsam einzuarbeiten. Und da sogar eine Vorstellung des neuen Moderationsteams ausbleibt, dürfte sich wohl sogar der eine oder andere Zuschauer der ersten Stunde verwundert die Augen reiben.

Etwas problematischer wird es jedoch, wenn die Moderatoren zu schauspielern versuchen, da man es beiden anmerkt, wenn Aktionen nicht spontan wirken. Ganz besonders deutlich wird dies in einer Szene, in der Trepper seiner Kollegin telefonisch mitteilt, dass der von ihr schmackhaft verzehrte Lutscher unter anderem aus Läusen besteht. Ihre anschließende Reaktion sowie die plötzliche Abneigung gegen den Lolli wirken aufgesetzt und stören damit die Authentizität etwas, die das Paar ansonsten ausmacht. Alles in allem bereichern sie die Sendung jedoch vor allem durch ihren lockeren Artikulationsstil und - in erster Linie Trepper - ihre klar und ohne Scheu geäußerte Meinung, ohne jedoch dabei in plumpes Stammtischgesabbel zu verfallen.
Natürlich ist «Da wird mir übel» alles in allem nicht viel mehr als ein weiteres Magazin, das sich mit dem beliebten Thema Verbraucherschutz auseinander setzt. Da man als aufgeklärter und gebildeter Bürger eigentlich grob wissen sollte, wie sehr die industrielle Produktion durch Geschmacksverstärker geprägt ist und dass ein Bild auf der Verpackung in den meisten Fällen ästhetisch ungleich ansprechender ist als ihr wahrer Inhalt. Doch wenn ein solcher Ratgeber gleichermaßen informativ wie kurzweilig ist, hat man seine Zeit gewiss nicht verschwendet. Wenn nun noch das Tempo latent gedrosselt wird und das Moderatorenpaar auf sämtlichen schauspielerischen Unzulänglichkeiten verzichtet, ist dies ein rundum empfehlenswertes und informatives Format, das sogar das Dokutainment-Genre in Deutschland leicht entstaubt.
«Da wird mir übel» startet am Donnerstag um 20.15 Uhr bei ZDFneo mit neuen Episoden.