„
Eine Show muss auf jeden Fall abwechslungsreich sein. Ich mag es nicht, wenn ich wie festgetackert hinter einem Pult stehen muss und mich nicht bewegen kann.
”
Matthias Opdenhövel über Showformate, die ihn ansprechen
Die neue WDR-Sendung «Alles auf einen Deckel» geht daher wohl mit perfekten Timing an den Sendestart: Während die Temperaturen draußen in die Höhe klettern, kühlt das jüngste Format mit Moderator Matthias Opdenhövel die Laufzeit-Rekordejagd herunter. 45 knackige Minuten lang lässt Opdenhövel zwei Vereine aus NRW (vertreten durch je ein vierköpfiges Team) in einem bunt geschmückten und von feierlich gelaunten Zuschauern bevölkerten Biergarten gegeneinander antreten. Das Duell erstreckt sich über flotte Raterunden, in denen Lokalwissen sowie popkulturelle Themen gefragt sind, und rasche Aktionsspiele mit sommerlichem Flair. So gilt es etwa, Wasserbomben unbeschadet von A nach B zu werfen oder mittels Wasserpistolen Klopapier aufzuweichen, um die daran befestigten Quietscheentchen in ein Wasserbecken zu befördern.

Für Opdenhövel ist die Verwaltung des Vereinswettstreits, bei dem die Gewinnermannschaft für jeden erspielten Punkt 100 Euro in die Vereinskasse erhält, wenig überraschend ein Klacks: Es gab «Schlag den Raab»-Ausgaben, die länger dauerten, als die gesamte Premierenstaffel «Alles auf einen Deckel» – wer über fünf Stunden lang einem Stefan Raab Regeln erklären musste und weit nach Mitternacht live absurdeste XL-Wettkämpfe kommentierte, kann diese Sommerbrise unter den Spielshows einfach so runtermoderieren. Dies macht Opdenhövel jedoch erfreulicherweise nicht: Stattdessen tritt er mit gewohnter Vitalität und verspielter, guter Laune auf, ohne dadurch an Souveränität zu verlieren.
Kurzum: In einem Sommer voller krawalliger und frivoler Promispielshows und in Zeiten, in denen es mehr vermeintliche Showevents gibt als simple Unterhaltungsshows, ist «Alles auf einen Deckel» die perfekte Antithese. Kurz, bündig, amüsant und mit leichtfüßigem Flair.