
Die Brücke zwischen der dritten und vierten Staffel sollte daraufhin zunächst ein Kinofilm schlagen, dessen Finanzierung allerdings nicht zustande kam. Außerdem mussten «Stromberg»-Fans dieses Mal ungewöhnlich lange auf neue Folgen warten, diese aber wurden dafür mit einer bis dahin ungeahnten Werbemaschine begleitet. Diese bereitete unter anderem auch auf einen neuen Handlungsort fort: Ab dem 3. November 2009 ging es in der vierten Staffel unter anderem darum, wie Stromberg aufgrund seiner Dreistigkeiten in die lächerliche Capitol-Außendienststelle des mickrigen Dorfes Finsdorf versetzt wird. Dieser Settingwechsel ermöglicht den Serienmachern in Staffel vier rabenschwarze Seitenhiebe auf die Eigenheiten der gesellschaftlichen Dynamik in ländlichen Gegenden, zudem wird die Figur Strombergs hier komplexer denn je: Gewinnt sie durch ihre ehrlichen Bemühungen um Jennifers Herz einerseits eine neue Menschlichkeit, kämpft sie mit immer härteren Mitteln gegen berufliche Konkurrenz und sabotiert unter anderem Tanjas Status als kommissarische Nachfolgerin, womit Stromberg neue charakterliche Tiefen ausloten durfte. Ulf musst derweil als Macho damit klarkommen, dass er der erfolglosere Partner in seiner Ehe ist, während Ernie unterdessen in eine tiefe Depression stürzt.
November 2011 schlussendlich startete die heiß erwartete fünfte Staffel bei ProSieben. Diese vollendete dann die Wandlung der Serie von einer bitterbösen Büro-Comedy zu einer eher charaktergetriebenen Dramedy (die selbstredend weiterhin im Mockumentary-Stil erzählt wird). Stromberg, der frühere Schurken-Protagonist, mausert sich zum makelbehafteten Anti-Helden, der einen uneleganten Spagat zwischen Privatleben und Karriere vollführt, Ulf und Tanja scheitern mit witzigen wie auch dramatischen Folgen am Kinderkriegen und Ernie sucht Seelenheil in christlichem Engagement. Die Trickkiste, aus der sich Stromberg bedient, ist schmutziger denn je, gleichwohl zeigt er, während er die Karriereleiter hochstolpert, immer mehr Verletzlichkeit und seine Motive sind ebenfalls hehrer denn je zuvor.

Bis dato kann «Stromberg» zudem auf einen Adolf-Grimme-Preis (sowie eine zusätzliche Nominierung) als Glanzleistung im Bereich Fiktion, einen Bayerischen Fernsehpreis für Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst, vier Comedypreise für Herbst, zwei Nominierungen als beste Comedyserie beim Deutschen Comedypreis, zwei deutsche Fernsehpreise und zwei zusätzliche Nominierungen zurückblicken. Und wer weiß, welche Preise erst noch «Stromberg – Der Film» einsacken wird?