Quoten am Donnerstag & Montag
- Do.: 1,03 Mio. (7,4% / 4,1%)
- Mo.: 1,60 Mio. (11,5% / 4,8%)
Durchschnittswerte aller Ausgaben der jeweils letzten drei Saisons.
Dabei war es nicht selten diese Sendung, die aus dem thematischen Einheitsbrei des öffentlich-rechtlichen Polittalks herausstach. In Anbetracht der ohnehin meist sehr schwachen Quoten erlaubte man es sich in den vergangenen Monaten häufig, auf weniger populäre Themen einzugehen, interessante Einzelgespräche mit wichtigen Personen wie Joachim Gauck zu führen oder auch auf Sachverhalte wie die Syrien-Krise zu rekurrieren, die einst im Zentrum der medialen Berichterstattung standen, mit der Zeit jedoch erheblich an Präsenz einbüßten. Belohnt wurde man allerdings nicht: Die Einschaltquoten verharrten zumeist klar in der Einstelligkeit.
Schaut man auf die vergangene Saison zurück, kann man letzlich nur auf eine einzige Ausgabe verweisen, die eine breite öffentliche Resonanz genoss: Mitte August gelang es der Redaktion, Gustl Mollath für sein erstes TV-Interview zu gewinnen, nachdem sein Fall für einen bundesweiten Justizskandal sorgte. Mit 1,93 Millionen Zuschauern und 14,6 Prozent Marktanteil wurden hier bereits die stärksten Werte der gesamten Ausstrahlungsperiode erzielt, während beim jungen Publikum nur mittelprächtige 6,6 Prozent bei 0,38 Millionen möglich waren. Da auch zwei der drei weiteren Folgen in diesem Monat zweistellige Marktanteile bei allen Konsumenten einfuhren, fiel die Gesamtbilanz im August am besten aus.
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Ansonsten fällt das Gesamtbild äußerst trist aus, denn 37 von 43 Ausstrahlungen kamen nicht über einen Marktanteil von 8,6 Prozent hinaus, an drei Abenden waren sogar nicht einmal mehr fünf Prozent möglich. Sehr häufig musste sich Beckmann mit Reichweiten unterhalb der Millionenmarke zufrieden geben, in der Gesamtabrechnung kam er aufgrund einiger weniger Höhepunkte auf 0,99 Millionen Fernsehende und miese 7,5 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 49-Jährigen standen bei 0,23 Millionen Fernsehenden ebenfalls klar unterdurchschnittliche 4,2 Prozent auf dem Papier.
Aber warum ist «Beckmann» ein solch herber Flop für das Erste Deutsche Fernsehen? Mit Blick auf die langfristige Quotenentwicklung lässt sich hierauf eine simple Antwort finden: Es liegt in der Tat am Sendeplatz bzw. Sendetag. Bereits die beiden vergangenen Saisons liefen mit jeweils 7,4 Prozent bei Zuschauerzahlen knapp oberhalb der Millionenmarke richtig schlecht, auch bei den 14- bis 49-Jährigen lag man mit 4,1 und 4,0 Prozent ziemlich exakt auf dem Durchschnittsniveau, das auch in dieser TV-Saison wieder zu Buche steht. Wie zuvor am Montag geht Beckmann auch donnerstags meist gegen 22:45 Uhr bis 23:00 Uhr auf Sendung - allerdings vor ungleich weniger Zuschauern.
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Dennoch ist Beckmann ohne jeden Zweifel der große Verlierer der oft gescholtenen ARD-Talkoffensive, denn während Maischberger, Will, Jauch und Plasberg auch nach der Sendeplatz-Rotation noch auf solide bis starke Einschaltquoten verweisen können, liegt seine Sendung seither beständig im klar einstelligen Bereich. In direkter Konkurrenz zu den ZDF-Talks «Maybrit Illner» und «Markus Lanz» zieht man in aller Regel deutlich den Kürzeren und gibt somit das Bild eines zumindest beim Massenpublikum obsoleten Programmfüllers ab. Dahingehend überrascht es also auch nicht, dass «Beckmann» als klar schwächstes Glied im üppigen ARD-Talkaufgebot das erste Format ist, welches künftig die Segel streichen wird. Womit immerhin noch vier Kollegen weiter talken dürfen.