Staffel-Reichweiten von «Idol» (inkl. Wiederholungen)
- 10: Mittwochs 25,97 Mio. / Donnerstags 23,87 Mio.
- 11: Mi 19,81 Mio. / Do 18,33 Mio.
- 12: Mi 15,04 Mio. / Do 14,65 Mio.
- 13: Mi 11,94 Mio. / Do 11,43 Mio.
Zu viele Castingshows oder Casting-Müdigkeit der Zuschauer? Beides, denn ähnliche Formate wie «The Voice» und «The X Factor» führten sowohl in den USA als auch in Deutschland zu einem Casting-Überangebot, das die Fernsehenden so langsam entnervte. Stetig versucht «DSDS» frischen Wind in sein Format zu bringen, mit dem mittlerweile obligatorischen Jury-Wechsel-Dich oder kleinen Veränderungen am Konzept. Kaum vorzustellen, dass die Finalshow der ersten Staffel im März 2003 in der Spitze noch bis zu 15 Millionen Menschen verfolgten. Jedoch ging es ab einem gewissen Zeitpunkt stetig abwärts. Nachdem bereits die Staffeln in den Jahren zuvor neue Negativwerte für die Show um Pop-Titan Dieter Bohlen bereithielten, stand zur elften Runde im Jahr 2014 mit im Schnitt 17,4 Prozent (nach zuvor 20,9 Prozent 2013) ein neuer Tiefstwert fest, der zwar noch immer weit über dem RTL-Schnitt liegt, aber dem Aufwand immer weniger gerecht wird. Zur neuen Staffel versucht RTL den Doku-Charakter zu stärken und zeigt nur noch eine Live-Show, womit das Format wohl noch mehr Affektfernsehen beinhaltet.
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Wahrscheinlich hängen diese Personalien hinter den Kulissen auch mit Konzeptänderungen im Rahmen der dreizehnten Staffel zusammen, denn erstmals durften die Kandidaten in den Finalrunden auch ihre eigenen Hits performen, während die Major-Labels in Deutschland einen großen Einfluss auf die Musikwahl der Teilnehmer ausüben. Darüber hinaus verabschiedete sich mit Mike Darnell auch FOX‘ Programmchef, der «Idol» 2002 noch aus der Wiege hob. Stattdessen sollte David Hill, der bislang nur für Fox Sports arbeitete, die Serie überwachen. Wie sich diese Änderungen konkret auf das Abschneiden der Casting-Show ausübten, bleibt unklar. Allerdings verschlechterte sich «Idol» in seiner dreizehnten Staffel dramatisch, weshalb die bevorstehende vierzehnte Runde wegweisend für FOX sein wird.
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Drei der benannten fünf Folgen lagen zwischen dem 26. Februar und dem 5. März, im Rahmen derer der Marktanteil beim jungen Publikum trotzdem auf in dieser Staffel unerreichte sieben Prozent fiel. Ab dem 6. März war diese Zielgruppenquote jedoch die Norm beim langlebigen Castingformat, am 13. März wurde dieser Wert mit sechs Prozent sogar überboten. Nahezu jede Woche stand ein neuer Tiefstwert ins Haus, wobei die Reichweite in einigen Fällen bereits ab Ende März unter acht Millionen Beteiligte fiel. 7,72, beziehungsweise 7,63 Millionen Zuschauer schalteten am 3. und 10. April zu FOX, was in beiden Fällen nur für fünf Prozent bei den Jüngeren reichte. Noch bis zum Finale am 21. Mai wechselten sich fünf und sechs Prozent bei den Zuschauern zwischen 18 und 49 Jahren ab, die schlechteste Reichweite der Staffel verbuchte am 20. Mai ausgerechnet die letzte Episode vor dem Finale, die 6,76 Millionen Zuschauer anlockte. Immerhin gelangte «Idol» im Zuge der Finalshow zu 10,53 Millionen Interessierten, mit einer Sehbeteiligung von neun Prozent seitens der jungen Zuschauer.
So verfolgten im Schnitt 9,79 Millionen Menschen die Ausgaben der 13. «Idol»-Staffel, womit, wie bei «DSDS» in Deutschland, die neuste Staffel gleichbedeutend mit der am schlechtesten laufenden Staffel ist. Auch in der Zielgruppe läuft es nicht mehr so gut wie einst, denn noch rund 7,6 Prozent der 18- bis 49-Jährigen schalten im Schnitt ein. Neigt sich die Ära der Casting-Shows ihrem Ende zu?