ARD: Beachtliche Vielfalt mit einigen Konstanten

Ein besonderer Service des Senders waren die Livestreams zu einigen Sportveranstaltungen, unter denen vor allem die DFB-Pokalpartie mit über 146.000 Fans zu begeistern wusste, die sich das Spiel online ansahen. Zwei weitere Fußballspiele schafften es ebenfalls über 100.000 Online-Genießer, das erfolgreichste Live-Event stellte aber überraschend der Handball: Das EM-Finale zwischen Deutschland und Spanien war nicht nur im Fernsehen ein Megahit, sondern lief auch im Netz mit fast 162.000 Zuschauern überragend. Auch dokumentarische Stoffe oder sehenswerte Spielfilme wie «Der Fall Barschel» oder «Das Programm» schafften es mehrfach in die Hitliste, während dieser Sprung den Polittalks nur in einem Fall vergönnt war: Das zweite Merkel-Interview binnen weniger Monate sahen sich Ende Februar etwas mehr als einhunderttausend Menschen an.
ZDF: Viel Satire, aber auch viel Konvention
Zur Veröffentlichung der AGF-Daten
Im Gegensatz zu den tagesaktuellen Einschaltquoten, die jeweils schon am Folgetag der TV-Ausstrahlung zumindest mit vorläufigen Daten vorliegen, lässt man sich bei der Veröffentlichung der Videostreaming-Werte rund zwei Wochen Zeit. So lagen beispielsweise die Daten zur elften Kalenderwoche (14. bis 20. März) erst am 1. April vor.Ebenfalls ein Garant für hohe Klickzahlen ist das «Neo Magazin Royale», was insofern hervorgehoben werden muss, dass Jan Böhmermanns Sendung im linearen Fernsehen noch immer ein Nischendasein führt. In vielen Fällen gehört es im Netz zu den fünf meistgesehenen Inhalten der Mainzer, nicht selten sehen mehr als 100.000 Menschen zu. Noch erfolgreicher war allerding der Neustart «Schulz & Böhmermann», dem es sogar gelang, mit der Premiere 218.000 Klicks zu generieren - und damit mehr als bei allen anderen Inhalten, die in diesem Kalenderjahr bislang beim ZDF hochgeladen wurden. Der Trend war danach auf sehr hohem Niveau klar rückläufig, doch selbst die schwächste Folge vier erreichte immerhin noch soeben die Sechsstelligkeit. Ein kleiner, aber feiner Erfolg war auch «Die Anstalt» im Februar, die immerhin auf etwas mehr als 54.000 Online-Konsumenten gelangte. Ein weiteres unkonventionelles Format mit hohen Zahlen war Pastewkas «Morgen hör' ich auf», das mit seinen ersten vier Folgen stets mehr als 80.000 Online-Interessenten verzeichnete - bevor ausgerechnet das Staffelfinale auf 57.000 zurückfiel.

3Sat punktet mit Kabarett, Wissenschaft und Bauerfeind
Nicht für die breite Masse ausgelegt, sondern eher für ein kulturorientiertes Nischenpublikum sind die Inhalte der 3Sat-Mediathek. Die größte Breitenwirkung hat hier wohl der Bereich Kabarett, der mit diversen Angeboten in nahezu jeder Woche mehrfach vertreten war. Mit Abstand am besten lief hierbei das Kleinkunst-Festival anlässlich des 50-jährigen Geburtstages des Mainzer Unterhauses mit etwas mehr als 24.000 Klicks binnen einer Woche, darüber hinaus waren auch viele Soloprogramme bekannter Namen wie Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer, Torsten Sträter oder Florian Schröder in den Hitlisten zu finden. Regelmäßig für hohe vierstellige Werte sorgt darüber hinaus «Pufpaffs Happy Hour», das im Bestfall mehr als 9.500 Menschen binnen einer Woche in die Mediathek lockte.
Häufig für verhältnismäßig hohe Zahlen garantierte auch «Bauerfeind assistiert», wobei eine Folge mit über 14.000 Views herausstach: Die Ausgabe mit Roger Willemsen, die anlässlich seines Todes in der ersten Februar-Hälfte noch einmal ausgestrahlt wurde. Ein noch höheres Interesse generierte in diesem Zusammenhang ein «Kulturzeit»-Gespräch mit dem Publizisten und Moderator, das gar von fast 19.000 Menschen gesehen wurde. Doch im Gesamtranking der ersten drei Monate ist keiner der genannten Inhalte auf dem Spitzenplatz vorzufinden, sondern die Wissenschaftsdokumentation "Angeln verbieten?" mit mehr als 29.000 Aufrufen. Auch einige andere Dokus generierten sehr beachtliche Werte, häufig auch in Kombination mit dem Talk-Format «scrobel» (maximal rund 12.500 Mediathek-Zuschauer mit einer Debatte zum Thema Cannabis).
Sport1: Der Neuankömmling
Wer nimmt seit wann teil?
- ab Anfang 2014: RTL, VOX, RTL II, Super RTL, n-tv, RTL Nitro, ProSieben, Sat.1
- ab 15. Jan. 14: ZDF-Verbund (also ZDF mitsamt Neo, Info und Kultur)
- ab 17. Feb. 14: sixx, kabel eins
- ab 07. Apr. 14: 3Sat
- ab 08. Sep. 14: ARD (Das Erste)
- ab 24. Mär. 16: Sport1
Hitliste: Inhalte mit mehr als 200.000 Abrufen
«Germany's Next Topmodel» (ProSieben): 8 Folgen, max. 1,41 Mio. (Folge 4, Umstyling)
«Der Bachelor» (RTL): 7 Folgen, max. 258.790 (Folge 4, Einzeldate in Tampa)
«Tatort» (ARD): 3 Folgen, max. 233.227 («Kartenhaus»)
«Ku'damm»: 2 Filme, max 209.259 (Teil 3)
«taff» (ProSieben): 1 Video mit 459.755 ("Sie schminkte sich wie eine Disney-Figur und wurde selbst zum Star")
«Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!»: 1 Folge mit 231.383 (Folge 1)
«Schulz & Böhmermann»: 1 Folge mit 218.832 (Folge 1)
«Sturm der Liebe»: 1 Folge mit 218.047 (Folge vom 4. Januar)
«Achtung Kontrolle!»: 1 Video mit 213.543 ("Fahranfängerin gibt Vollgas")
«Oscars 2016»: 1 Livestream mit 210.568
«red!»-Stars: 1 Video mit 210.202 ("Diese gelöschte Harry Potter-Szene verändert alles")
«Sat.1-Frühstücksfernsehen»: 1 Video mit 201.824 (PDENIDSGH: Wenn der Beisenherz mit der Helena...)
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